Liste des Tages: Internet Persönlichkeiten

Rosa Tulpen vor lila Wand

Beeinflußte die Tapete die Namensfindung von Violet Blue?

Der Süddeutschen sei dank: die Münchner Zeitung stellte eine Liste der bedeutenden Persönlichkeiten des Internets vor. Als Offline-Leser der Zeitung wird man die meisten nicht kennen. Deshalb hier eine zusammenfassende Erklärung, wie man es mit Online-Aktivitäten zur www-Berühmtheit schafft:

  • Sascha Lobo – lustige Frisur und über alles informiert, was im Netz so los ist. Bislang konnte ihm keiner widerlegen, daß er wesentliche Online-Themen sogar schafft und beeinflußt.
  • Justin Bieber – So süß, so jung, so stylisch. Der perfekte Teenie-Star. Hat wahrscheinlich die meisten lebenden weiblichen Fans. Die sind allerdings alle maximal 16 Jahre alt und in der nächsten Saison werden sie wieder einen anderen Schönling anhimmeln.
  • Heather B. Armstrong – Schreibt ein Online-Tagebuch und lästert über Job, Männer, Kinder und Dies & Das. Daß man so einfach berühmt werden kann?
  • Perez Hilton – Er tut’s wie GALA und BUNTE – nur eben online. Warum Klatschnachrichten von ihm spannender sein sollen, als von anderen, bleibt sein (Erfolgs-)Geheimnis.
  • Tila Tequila – Ziemlich blondes Model. Damit sind die Qualitäten umfassend und erschöpfend beschrieben.
  • Rick Astley -  Gelangweilte, blasse Typen verfassen kettenbriefartige Scherze mit seinem Video. Es soll Menschen geben, die das (Kettenbriefe schreiben) lustig finden. Seine Musik hingegen bleibt unerreicht und hat zum Glück mit dem Rickrolling-Hype nichts zu tun.
  • Jeff Jarvis – Guru des Internets. Zumindest angeblich.
  • Violet Blue – Diskutiert mit anderen über schlüpfrige Themen. Hat sich für diese simple und millionenfach kopierte Internet-Idee immerhin einen passablen Namen einfallen lassen.
  • Niels Ruf – Für die Redaktion der Kultur Kolumne eines der größten deutschen Show-Talente. Talente haben allerding häufig ein Problem: der Durchbruch kommt nie und wenn, wird’s peinlich. Dennoch: er muß wieder ins Fernsehen.
  • Wir alle selbst – Zugegeben, es macht Spaß. Auch wenn die Resonanz meist bescheiden oder unerwartet ausfällt.

Artikel bei Süddeutsche.de, Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Bauernregel des Monats: Heißer Juli

Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten.

heiss

Gluthitze

Leider verderben die unzähligen Miesepeter den sonnigen Sommer. Schweiß, Ernteausfälle, Klimawandel, kaputte Klimaanlagen in den Zügen der Deutschen Bahn, Blasen im Asphalt, Saunas und Solarien gehen pleite, Fischsterben in den Seen wegen Sauerstoffmangel… Dies und Ähnliches bestimmt die Nachrichten. Dazu natürlich die unermüdlichen Klimawandel-Warner, -Anprangerer und Weltuntergangspropheten.

Dabei gäbe es so schöne Dinge aus dem heißen Juli 2010 zu berichten. Baden ohne Zittern im See, nahtlose Bräune, Springbrunnen werden beliebteste Plätze in jeder Stadt, Grillen bis in die Nacht, Vorfreude auf das nächste Gewitter, schicke Sommersachen ausführen, Duft nach Heu. Den Mittelmeerurlaub braucht man gar nicht erst anzutreten (wegen besserer Alternativen an der Ostsee), Cabrios sind bei Autovermietern ausgebucht und weitere Gewinner des Sommers freuen sich über jeden Tag, der über 30° Celsius hat: Bierbrauer, Holzkohlehersteller, Klimaanlagenbauer, -händler und -reparaturdienste; die Winzer profitieren auch. Und natürlich Freibäder, Softeisdistributoren und schließlich die Schattenparker, die erstmals der Welt zeigen können, daß sie schon immer Recht hatten.

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Zitat des Tages: Konrad Zuse

RFT Sprechfunk

Auch 40 Jahre alte Technik funktioniert noch

Die Gefahr, daß der  Computer so wird wie der Mensch, ist nicht so groß, wie die Gefahr, daß der Mensch wird wie der Computer.

Konrad Zuse

Als Bauingenieur, Erfinder  und Unternehmer (Zuse KG) machte sich Konrad Zuse einen Namen. Unter dem Namen Z3 entwickelte er im Jahre 1941 den ersten universellen Computer der Welt. Bereits sein Z1 enthielt Leitwerk, Programmsteuerung, Speicher, Mikrosequenzen und Gleitkommarithmetik und somit alles, was heutige Computer auch haben; allerdings erfolgte der Aufbau noch mechanisch und der Rechner war damit entsprechend anfällig. Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Farce des Tages: Kandidatenfindung für Schloß Bellevue

Bremer Stadtmusikanten Original

Heimat des Interims-Bundespräsidenten: Bremen

Die Begründung der schwarz-gelben Regierungs-Fraktion als Ablehnung für Ursula von der Leyen ist aus Sicht des nun favorisierten Kandidaten Cristian Wulff eigentlich eine Peinlichkeit: Sie, die Vorbild-Mutter, -Ärztin und -Politikerin, ist angeblich im Arbeitsministerium nicht abkömmlich. Offenbar kann das Land Niedersachsen indes auf seinen Ministerpräsidenten verzichten? Und warum findet die Opposition lediglich einen 70-jährigen Gegenkandidaten? Joachim Gauck ist natürlich der bessere Redner, schlau und unermeßlich verdienstvoll für die Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit. Und wo bleibt überhaupt der Kandidat der LNKEN? Stehen Kati Witt oder Henry Maske bereit? Beide würden immerhin die Bedingung erfüllen, älter als vierzig Jahre zu sein. Das träfe übrigens auch für Andrea Kiewel zu. Oder will man wieder mit dem 74-jährigen Peter Sodann an den Start gehen, um Zukunftsvisionen für Deutschland zu formulieren? Nein, nein, ganz falsch. Das Alter ist zwar richtig, das Geschlecht allerdings ein anderes: Luc Jochimsen soll offenbar die Zukunftsvision der LINKEN für Deutschland definieren.

Kurz-mal-Präsident Jens Böhrnsen wird in allen Zeitungen als sorgfältiger Aktenstudierer und Korrektheit in Person gelobt. Wahrscheinlich sind dies Eigenschaften, die ihn als perfekten Bundespräsidenten auf eine vollständige Amtszeit qualifizieren würden, selbst sein “Charisma eines Bürostuhls” (STERN) würde dem nicht entgegen stehen. Seine Qualitäten schätzt man in Berlin offenbar nicht. Die Hansestadt Bremen wird sich freuen. Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Nachtrag per 08.06.2010: Wer hätte das gedacht, daß Gauck so gut ankommt. Es könnte eine äußerst spannende Wahl werden. Der demografische Wandel macht offenbar auch vor Präidentschaftskandidaten keinen Halt.

Spruch des Tages: Anton Bruckner

Wer hohe Türme bauen will, muß lange beim Fundament verweilen.

Anton Bruckner, 04.09.1824 – 11.10.1896, Österreichischer Komponist, Organist und Improvisator. Berühmt sind vor allem seine Sinfonien. Bedeutende Kompositionen hat er auch im Bereich Kirchenmusik geschaffen. Anton Bruckner war einigermaßen skurril. Aus Angst vor unwillkürlichem Samenerguß trug er in der Öffentlichkeit wasserdichte Unterwäsche. Zeit seines Lebens schrieb er Liebesbriefe an unzählige junge Frauen und bekannt war er für seinen Zählzwang. Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Zitat des Tages: Heinrich Spoerl

Faul am StrandFaulheit gehört zu den erlesensten Genüssen des menschlichen Lebens. Aber wie jede Feinkost darf man auch die Faulheit nur in kleinen Teelöffeln genießen und muß sie schlemmerhaft auf der Zunge zergehen lassen. Im Übermaß schmeckt sie widerlich, und wenn sie gar aufgezwungen ist, wird sie zur Qual.

Heinrich Spoerl (1887-1955), deutscher Schriftsteller – Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Spruch des Tages: François de La Rochefoucauld

dem weg folgenSo viele Weichen, so viele Kreuzungen, so viele Lichter, so viele Signale und doch treu bleiben meinem Weg, mir selbst, dem Ziel und dir. Es ist die Treue, die mich und dich zum Ziele führt.

François de La Rochefoucauld französicher Offizier, Diplomat u. Schriftsteller – Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Erkenntnis des Tages: man weiß viel zu wenig

berg

Wann waren Sie zuletzt ganz oben an der Spitze?

Sie kennen Oh Eun Sun nicht? Das ist nicht schlimm, in ein paar Wochen wird sie aus den Schlagzeilen verschwunden sein. Derzeit führt sie diese mit der Meldung an, sie sei die erste Frau, die alle 14 Gipfel der Erde bestiegen hat, die mindestens 8.000 Meter Höhe haben. Und hier kommt schon die Masterfrage des Tages: wer kann alle 14 Berge nennen? Mount Everest, K2, Lhotse und Nanga Parbat dürften diejenigen sein, die man auch als Laie als “Hohen Berg” identifizieren könnte. Die fehlenden 10 wären: Kangchendzönga, Makalu, Cho Oyu, Dhaulagiri I, Manaslu, Nanga Parbat, Annapurna I, Hidden Peak, Broad Peak, Gasherbrum II und Shishapangma.

Um der Klugscheißerei noch eins draufzusetzen, hier weitere Fakten, die man nicht wußte, die aber bei Kreuzworträtseln, Vereinsabenden und Begegnungen mit Günther Jauch hilfreich sein können:

  • alle 14 Berge liegen in China, Nepal, Indien oder Pakistan
  • nur zwei Gebirge haben Höhen von über 8.000 Meter: Himalaya und Karakorom
  • zwischen 1950 und 1964 wurden alle 14 Gipfel erstmals bestiegen
  • Bisher haben 20 Männer und eine Frau alle 14 Berge gemeistert; die bekanntesten unter ihnen dürften  Reinhold Messer (erstmals alle ohne Sauerstoff) sowie Edmund Hillary und Tenzing Norgay (Erstbesteiger des Mount Everest) sein.

Fazit: eine Menge dazu gelernt. Übrigens ist der Gyachung Kang im Himalaya immerhin 7.952 Meter hoch. Er hat einen genauso unaussprechlichen Namen, ist wesentlich steiler, gefährlicher, kälter und abgelegener als die allermeisten Gipfel der Erde und wird dennoch der ewig unbekannte Berg bleiben, da ihm 48 Meter zur Championsleague der Gipfel fehlen.

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Sch?tzenkreis Meppen
Schie?en im Emsland Luftdruck und Gro?kaliber

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