Heimatmuseum im 21. Jahrhundert

Die Rolle der Heimatmuseen bei der Vermittlung der Themen biologische Vielfalt und Nachhaltigkeit

gute Stube

So stellt man sich ein typisches Heimatmuseum vor

Wie Dr. Inge Gotzmann vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) e.V. berichtet, veranstaltete im November 2010 der BHU gemeinsam mit dem LWL-Freilichtmuseum Detmold einen ersten Workshop zu „Chancen und Möglichkeiten der Heimatmuseen zur Vermittlung der Themen biologische Vielfalt und Nachhaltigkeit“. Auf der Veranstaltung in Detmold haben 30 fachkundige haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Museums- und Bildungsbereich neue Strategien für die Vermittlungs- und Öffentlichkeitsarbeit entwickelt. Das Projekt wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

Wer ist mit dem Begriff  „Heimatmuseum“ angesprochen?

Und was können die Rolle und der Beitrag gerade dieser Museen zur Vermittlung der aktuellen Themen biologische Vielfalt und Nachhaltigkeit sein? Heimatmuseen sind die kleineren, kulturgeschichtlichen Museen mit einem engen Bezug zur lokalen oder regionalen Alltags- und Lebenswelt der Bevölkerung. Anhand von praktischen Beispielen aus der Museumsarbeit wurde aufgezeigt, dass gerade diese Einrichtungen sehr spannende und vielfältige Bildungsangebote entwickeln können. Um Themen wie Artenvielfalt und Nachhaltigkeit verständlich und lebensnah zu gestalten, muss man nicht erst in die weite Welt hinaus schweifen. Auf einem Rundgang durch den Museumsgarten oder einer Exkursion in die umgebende Kulturlandschaft lässt sich anschaulich vermitteln, dass Artenschutz direkt vor unserer Haustür stattfindet. Die regionaltypischen Obst- und Gemüsesorten, Kulturpflanzen, alten Nutz- und Haustierrassen oder die Einfriedungen und Hecken als Bestandteile der Kulturlandschaft machen einen wesentlichen Teil unserer biologischen Vielfalt und unseres kulturellen Erbes aus. Jeden Tag verschwinden diese Lebensräume mehr und sterben zahlreiche Arten aus. Hier können Heimatmuseen ansetzen und die globalen Zusammenhänge auf lokaler Ebene mit kreativen Ansätzen veranschaulichen.

Was Heimatvereine leisten

Der Heimatverein Nieheim beispielsweise betreut ein Heimatmuseum, in dem das Wissen um das traditionelle regionale Handwerk der Flechthecken lebendig gehalten wird. In der Projektarbeit mit Jugendlichen, die den Verein Jugend pro Natur e.V. gegründet haben, wird deren Handlungskompetenz in Naturschutz und bürgerschaftlichem Engagement gefördert. Im Rahmen von Pflegeeinsätzen werden neue ökologisch wertvolle Flechthecken in der Landschaft angelegt. Durch die selbstständige Übernahme weiterer Aufgaben in der Biotop- und Landschaftspflege engagieren sich die Jugendlichen aktiv für den Erhalt ihrer Kulturlandschaft.

Die Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer diskutierten in Arbeitsgruppen wesentliche Erfordernisse für die Bildungsarbeit in den Heimatmuseen und kamen hierbei zu wichtigen Ergebnissen: Erfolgreiche Museumsprojekte zeichnen sich durch Alleinstellungsmerkmale, z.B. regionale Themenschwerpunkte, aus. Kooperationen und Vernetzungen mit Schulen, Kindergärten, Naturschutzeinrichtungen, Freilichtmuseen, Tourismusanbietern u.a.m. sind unbedingt weiter auszubauen. Heimatmuseen sollen eigene Ideen für zielgruppenorientierte Veranstaltungen entwickeln, z.B. ein Seniorencafé oder eine Landschaftsführung gekoppelt mit einer Kennenlern-Aktion für junge Leute oder Singles. Handlungsbedarf wird vor allem auch in Fortbildungsangeboten gesehen. Als essentiell werden die Bereitschaft zur Weiterentwicklung und die Offenheit für Neues hervorgehoben. Die Einbindung externer Referentinnen und Referenten, die Integration und Wertschätzung des Ehrenamtes und die interaktive Einbeziehung der Besucherinnen und Besucher bilden wichtige Eckpunkte in einem Museumskonzept.

Im Frühjahr 2011 ist ein zweiter Workshop am konkreten Fallbeispiel in einem Heimatmuseum geplant. Die Ergebnisse des Projektes werden vom BHU in einer Publikation mit einem Handlungsleitfaden veröffentlicht. Dieser soll den Museen bei der Vermittlung der Themen biologische Vielfalt und Nachhaltigkeit Anregungen geben und eine praxisorientierte Hilfestellung bieten.

Information und Kontakt: Dr. Inge Gotzmann, Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU), Bundesverband für Natur- und Denkmalschutz, Landschafts- und Brauchtumspflege e. V., Adenauerallee 68, 53113 Bonn, Telefon (0228) 22 40 91, Fax (0228) 21 55 03, Internet: www.bhu.de, E-Mail: bhu@bhu.de – Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Skandal in der deutschen Politik – KT & Steffi on tour

Holzfigur

Weichnachtliche Stimmung - hoffentlich auch in Mazar-i-Sharif

Die Meldung an sich war unspektakulär: Verteidigungsminister zu Guttenberg nimmt seine Frau mit zum Truppenbesuch nach Afghanistan. Das Paar überbrachte Weihnachtsgrüße aus Deutschland, dankte den Kameraden der Bundeswehr für den gefährlichen Einsatz und posierte für die Kameras zusammen mit den Soldaten. Stephanie zu Guttenberg machte dabei eine außerordentlich gute Figur: sie plauderte vor allem mit den weiblichen Soldaten und kam bei denen offenbar auch sehr sympathisch an.

Der Aufschrei war enorm: Aus Sicht der Opposition war die Reise ein Skandal. Zur Abmilderung wurde vom Verteidigungsministerium mitgeteilt, daß Frau zu Guttenberg die Reise selbst bezahlte. So weit, so gut. Doch es kommen zu dieser Reise Fragen auf. Zehn Aspekte, die aus Sicht der Kultur Kolumne zu berücksichtigen sind:

  • Warum liegen Frau Guttenbergs Haare nach einem Flug im Bundeswehrjet besser als die der meisten Abgeordnetinnen im Bundestag an einem ganz normalen Tag?
  • Was mag so eine Reise für eine Privatperson kosten?
  • Wieso poltert Herr Gabriel (SPD) und macht billige Witze (er teilte mit, daß er nur noch Daniela Katzenberger in Afghanistan vermisse. Das war vermutlich als Witz gemeint – viel mehr ist allerdings zu vermuten, daß das eines der schönsten Weihnachtsgeschenke für die Soldaten wäre)?
  • Wieso durfte JB Kerner auch mit?
  • Wieso sagt die CDU nicht, daß KT zu Guttenberg ihr künftiger Kanzlerkandidat ist (zumindest, wenn die Wahlen im kommenden Jahr so desaströs enden, wie derzeit zu erwarten)?
  • Wieso diskutiert die FDP am gleichen Tag mit sich selbst bzw. Wolfgang Kubicki, anstatt die Steuern zu senken, die Sozialversicherung zu reformieren oder griffige Ideen für eine zukunftsweisende Klimapolitik zu entwerfen?
  • Wem darf man dafür danken, daß nicht auch noch Horst Seehofer mitreiste?
  • Wieso tragen Bundessoldaten eigentlich fast ausnahmslos affige Sonnenbrillen, während der Minister samt Frau erneut modische Maßstäbe (Anorak mit Fellkragen sie; dunkler Blouson zu heller Hose er) setzte?
  • Sind wirklich alle Bundestagsabgeordneten, die je für einen Afghanistan-Einsatz Deutschlands stimmten, immer noch dafür?
  • Wieso haben alle Soldaten im Dienst auch ein Mobiltelefon mit Fotofunktion dabei und welcher Mobilfunkanbieter hat Sendemasten am Hindukusch?

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Trotz iPad & Co: das Buch lebt

Deutschlands Leser haben gewählt – Der Leserpreis: Das sind die besten Bücher des Jahres 2010

buchWie das Literaturportal LovelyBooks berichtet, haben zum zweiten Mal die Leser und Leserinnen den Leserpreis an die besten Bücher des Jahres verliehen. Unter den Preisträgern des größten deutschen Publikumspreises für Literatur finden sich bekannte Autoren wie Sebastian Fitzek, Ken Follett und Kerstin Gier – aber auch so manche Überraschung.

Bis zum 10. Dezember 2010 konnten die Leser auf dem Literaturportal LovelyBooks.de für ihre Lieblingsbücher abstimmen. Insgesamt wurden 2.500 Bücher in zehn Kategorien nominiert. Mit 30.000 abgegebenen Stimmen haben die Leser die Bücher gewählt, die sie in diesem Jahr wirklich begeistert haben. Die Preisträger des Leserpreises 2010 in Gold sind:

  • Morgan Callan Rogers mit Rubinrotes Herz, eisblaue See in der Kategorie ‚Allgemein‘
  • Sebastian Fitzek mit Der Augensammler in der Kategorie ‚Spannung‘
  • Richard Paul Evans mit Mein Winter mit Grace in der Kategorie ‚Romantik‘
  • Suzanne Collins mit Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe in der Kategorie ‚Fantasy / Sci-Fi‘
  • Rebecca Gablé mit Hiobs Brüder in der Kategorie ‚Historische Romane‘
  • Kerstin Gier mit Saphirblau in der Kategorie ‚Kinder- / Jugendbuch‘
  • Bad Boy Uli mit Höllenritt in der Katgorie ‚Sachbuch / Ratgeber‘
  • Edgar Rai mit Nächsten Sommer in der Kategorie ‚Hörbuch‘
  • Angela S. Choi mit Hello Kitty muss sterben in der Kategorie ‚Bester Buchtitel‘
  • Kai Meyer mit Arkadien brennt in der Kategorie ‚Bestes Buchcover‘

Der Leserpreis wurde in zehn Kategorien jeweils in Gold, Silber und Bronze vergeben. Alle weiteren Preisträger können unter www.lovelybooks.de/leserpreis/2010/ eingesehen werden.

Autoren nutzen das Social Web für den Austausch mit den Lesern

Die Resonanz auf den ‚Leserpreis 2010‘ war sowohl bei den Lesern als auch bei den Autoren groß. Viele der nominierten Autoren nutzten das Social Web, um ihre Fans auf den ‚Leserpreis 2010‘ einzuschwören. So hat auch Bestsellerautor Ken Follett über den Microblogging-Dienst Twitter auf seine Nominierung für den Leserpreis hingewiesen: „Fall of Giants shortlisted in 2 categories for Leserpreis! Voting until 10 December!“, twittert der international gefeierte Star während seiner Lesereise durch Asien. Die Leser haben sein Buch in der Kategorie ‚Historische Romane‘ auf den zweiten Platz gewählt.

Auch deutsche Autoren haben erkannt, wie spannend der direkte Kontakt zu den Lesern ist. Autoren wie Sebastian Fitzek, Kerstin Gier oder Kai Meyer sind schon lange im Social Web zu Hause und interessieren sich für die Meinungen ihrer Leser. „Es ist mein allererster erster Platz, mit dem ich jemals für meine Bücher in Deutschland ausgezeichnet wurde“, sagt Preisträger Sebastian Fitzek. „Nicht nur deshalb wird der ‚Leserpreis 2010‘ für mich immer eine besondere Stellung inne haben, sondern auch, weil er von den objektivsten Kritikern vergeben wurde, die man als Autor haben kann: den Lesern!“

Kinder lassen sich für Bücher begeistern

… zumindest, wenn man das richtige Konzept wählt. Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern beweisen, daß man mit innovativen Ideen Kinder von der Spielkonsole zum Buch locken kann.

rudolf karstadt

Karstadt-Kaufhaus in Wismar - die Hansestadt ist Schauplatz des Romans "Auf den Spuren von Sansibar"

Innovation lautete das Schwerpunktthema der DJH-Mitgliederversammlung in Potsdam, mit dem sich die Vertreter des Verbandes mit fast 2 Mio. Mitgliedern vertieft auseinandergesetzt haben. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Prämierung des „2. Innovationspreises der Jugendherbergen“, in dessen Rahmen (nach 2008 zum zweiten Mal) herausragende Projekte aus 548 Jugendherbergen des DJH ausgezeichnet wurden. Unterstützt wurde der Innovationspreis von BIONADE, der AOK, der Deutschen Post AG sowie dem Dudenverlag, die seit dem Jubiläumsjahr 2009 die Jugendherbergen im Rahmen verschiedener Kooperationsprojekte unterstützen. Bernd Dohn, Hauptgeschäftsführer des DJH, zeigte sich erfreut über die Ergebnisse des Wettbewerbs: „Die Qualität der 9 Gewinnerbeiträge steht stellvertretend für die engagierte und ambitionierte Arbeit in unseren Jugendherbergen und zeigt zudem, dass wir auch zukünftig im engen Dialog mit unseren Gästen neue und moderne Angebote entwickeln werden.”

Erlebniswelten mit Köpfchen

Zu den Gewinnern zählen auch zwei Häuser in Mecklenburg-Vorpommern, wie die Pressestelle des Landesverbandes des DJH mitteilt: In Wismar haben Kinder und Jugendliche im Rahmen des Projektes „Auf den Spuren von Sansibar“ die Möglichkeit, an den Originalschauplätzen eines Romans eigene Lesungen zu organisieren und durchzuführen.  „Dabei setzen sie sich mit der Geschichte vor Ort auseinander, wodurch das Bewusstsein und die Auseinandersetzung mit Demokratie und Toleranz geschärft werden soll. …Das Projekt aktiviert, fordert und unterhält die Teilnehmer auf eine vorbildliche Art“, so Dirk Paege von der Deutschen Post AG als Jurymitglied. In der Jugendherberge Beckerwitz sollen zukünftig Erste Hilfe Kurse für Menschen mit Sehbehinderungen durchgeführt werden. Damit wird eine Randgruppe der Gesellschaft angesprochen und eine Integrationsmöglichkeit im Sinne des Mottos der Jugendherbergen „Gemeinschaft erleben“ ermöglicht, urteilt die Jury.

Verantwortung als anerkannter außerschulischer Lernort

Letztendlich zeigen alle Beiträge, wie unterschiedlich ein Aufenthalt in den Jugendherbergen des DJH sein kann und er weit mehr darstellt als eine „Übernachtung mit Frühstück“. Gerade als anerkannter außerschulischer Lernort leisten die Jugendherbergen somit einen wichtigen Beitrag zu einer lebendigen deutschen Bildungslandschaft.

Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern

»Die Jugendherbergen« des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) sind 100 Jahre alt und damals wie heute Spezialisten für junge und jung gebliebene Gäste. Mit 27 Jugendherbergen, einem Jugendzeltplatz, ca. 440.000 Übernachtungen im Jahr und ca. 200 Beschäftigten ist der DJH-Landesverband der größte Jugendtourismusanbieter in Mecklenburg-Vorpommern. Die Jugendherbergen sind Teil einer weltumspannenden Idee, die mit über 4.000 Häusern in mehr als 80 Ländern für Begegnung, Austausch, Toleranz und Verständigung steht.

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

In der Kürze liegt die Würze – Themenwoche Essen ist Leben

Hunger

Essen ist Leben - offenbar auch für diesen Herrn

Themenwoche Essen ist Leben in der ARD – das bedeutete tägliches Programm im Ersten und den Dritten mit Beiträgen zum Thema Essen und Ernährung. Ein Extra-Logo wurde eingeblendet, man lernte, wie weit und lange Lebensmittel auf Reisen sind und unter anderem durfte Tim Mälzer seine feine Küche präsentieren. Doch nicht nur die üblich verdächtigen Fernsehköche machten diesen Braten fett: unglaublich viele Sendungen, Beiträge und Magazine beschäftigten sich im weitesten mit dem Thema: ein Spielfilm zum Fasten im Ersten (dank Maxim Mehmet, Inka Friedrich und Dietmar Bär war der sogar trotz des sperrigen Themas hübsch anzusehen), Liebe und andere Delikatessen bei Bayern 3, ein Polizeiruf zum Thema Schweinemast (in dem der Begriff Bohnekaffee öfters genannt wurde, als in anderen Schmonzetten Latte Macchiato geschlürft wird), Berichte über Food Design, Genfood und Diäten. Ebenso durften die Anklagen nicht fehlen: Hunger in Afrika, Tonnen von Lebensmittelmüll und die dramatischen Probleme im Zusammenhang mit der Biospritherstellung in Kolumbien.

Die fast unüberschaubare Magazinlandschaft im Ersten Programm legte ebenso nach, besonders in der Wahl der Beitragstitel: Weltreise – mit dem Magen durch Amerika (Eins Extra), Planet Wissen: Alles über Nudeln – Die Stammesgeschichte von Pasta, Spätzle & Co. (WDR) und Exakt – Die Story: Dickes Deutschland – Übergewicht und die Folgen (MDR). Dazu kamen die unverzichtbaren Talkshows und hunderte Beiträge in den zig Radiosendern der ARD und ein umfangreiches Internetangebot mit Kalorienrechner und Ratespielen. Alles mit dem hehren Ziel: Die ARD-Themenwoche sollte zeigen, wie wir mit unserer Ernährung die Welt verändern, Denkanstöße für einen bewussteren Konsum vermitteln und Appetit machen auf gutes und gesundes Essen. Täglich gilt: Man ist, was man isst. So zumindest hatte es das Erste im Vorfeld der Tehmenwoche bekannt gegeben.

Den entscheidenden Spritzer Extrafinesse, der zu dieser Themenwoche fehlte, brachte allerdings erst Altmeister Harald Schmidt am späten Abend. Er kürzte den ganzen Rummel um dieses Thema auf 10 Sekunden zusammen: Was  muß man bei der Ernährung beachten? Nicht so viel, öfters mal bewegen, nicht maßlos rauchen und saufen. Mahlzeit!

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Streitpunkt des Tages: Multikulti

Landkarte

Deutschland und seine Nationalfarben

Wenn alle mitreden, aber kaum jemand Bescheid weiß, ist es immer ein sicheres Zeichen dafür, daß das Thema in einem sehr kurzen Zeitraum hochkocht und dann genauso schnell wieder vergessen wird. So zu beobachten derzeit beim Begriff Multikulti. Bundeskanzlerin Merkel hat die aktuelle Diskussion durch ihr Zitat: Multikulti ist gescheitert angeregt. Viele Zeitungen und Onlinemedien greifen dieses Thema in epischer Breite auf. Was versteckt sich eigentlich dahinter?

Multikulturalismus

Multikulturalismus ist der Oberbegriff für eine Reihe sozialphilosophischer Theorieansätze mit Handlungsimplikationen für die Kulturpolitik  eines Landes. Multikulturalisten treten für den Schutz und die Anerkennung kultureller Unterschiede durch den Staat ein. Multikulturalismus steht dem Gedanken einer dominanten Nationalkultur ebenso entgegen, wie dem in den USA weit verbreiteten Gedanken des Melting Pot, der von einer Angleichung der verschiedenen Kulturen ausgeht.

Das Ideal der multikulturellen Gesellschaft

Ziel des Multikulturalismus ist die multikulturelle Gesellschaft, in der es keinen staatlichen oder auch nichtstaatlichen Anreiz oder „Druck“ zur Assimilation geben soll. Die ethnischen und kulturellen Gruppen sollen hingegen nebeneinander existieren. Dabei beruht dieses Modell auf der Voraussetzung, dass die (Angehörigen der) jeweiligen Ethnien sich gegenseitig Verständnis, Respekt, Toleranz entgegenbringen und einander als gleichberechtigt ansehen.

Die in einer multikulturellen Gesellschaft entstehenden Konflikte sollen dabei – nach dem Willen der Befürworter eines solchen Gesellschaftsmodells – durch eine sogenannte „interkulturelle Erziehung“ minimiert werden, ebenso wie durch eine restriktive Anti-Diskriminierungs-Gesetzgebung.

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz, Text inspiriert durch diesen Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Multikulti

Social Media Freunde im Bild

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Verfolger im Bild

Krimitip des Tages: Hamburgs lässigster Privatdetektiv

Alsterhaus

Die Heimat von Meise: Freie und Hansestadt Hamburg

“Wenn ein Viertel der Zeit seit und die halbe Zeit bis Mitternacht die genaue Urzeit ergeben – wie spät ist es dann?” Solche Rätsel löst Meise nebenbei auf der Autobahn. Ansonsten kann der Hamburger Privatdetektiv nicht nur glänzen: ärmliches Büro, Streß mit der asiatischen Partnerin, die ihn unbedingt und zügig heiraten will. Leider müßte er sich dafür endlich scheiden lassen. Außderdem will I Ning, so der Name der mandeläugigen Schönheit (die allerdings aus Hamburgs-Eimsbüttel stammt), daß er auch noch seinen Beruf aufgibt und endlich solide wird. Da sie der Theorie “Pille absetzen, ran an den Speck und rein ins Familienleben!” folgt, ist klar, daß Meise nicht nur mit geschäftlichen Problemen klar kommen muß.

Ernst Kleemann hat mit Kai “Meise” Meisenberg einen durch und durch sympathischen Ermittler geschaffen. Er verwechselt Laotse mit Konfuzius und hat mit Klienten und Ex-Kollegen zu tun, denen er auf ganz eigene Art und Weise überlegen ist. Meise muß sich mit dem üblich verdächtigem Personal arrangieren, das in solchen Geschichten nicht fehlen darf (z.B. Waffenhändler, die sich mit Leberhaken und fernöstlicher Ethik niederringen lassen). Es schadet dem Krimi überhaupt nicht, daß Kleemann langjährige Erfahrungen als Drehbuchautor  hat, ganz im Gegenteil: zügiger und witziger Verlauf der Story und Dialoge, die auch im Fernsehen ankommen würden. Es würde nicht überraschen, wenn Meise in Kürze als TV-Held auftauchen wird, vermutlich sogar in Serie. Das Zeug dazu hat er unbedingt. Weitere Romane mit diesem Privatermittler werden jedenfalls bestimmt folgen.

Die Zeit aus der Ausgangsfrage ist übrigens neun Uhr sechsunddreißig. Wer hätte gedacht, daß Krimis so unterhaltsam und lehrreich sein können.

Ernst Kleemann – Meise greift ein – Verlag Ellert und Richter Hamburg – 192 Seiten

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz