Archiv für Spruch

Zitat des Tages: Konrad Zuse

RFT Sprechfunk

Auch 40 Jahre alte Technik funktioniert noch

Die Gefahr, daß der  Computer so wird wie der Mensch, ist nicht so groß, wie die Gefahr, daß der Mensch wird wie der Computer.

Konrad Zuse

Als Bauingenieur, Erfinder  und Unternehmer (Zuse KG) machte sich Konrad Zuse einen Namen. Unter dem Namen Z3 entwickelte er im Jahre 1941 den ersten universellen Computer der Welt. Bereits sein Z1 enthielt Leitwerk, Programmsteuerung, Speicher, Mikrosequenzen und Gleitkommarithmetik und somit alles, was heutige Computer auch haben; allerdings erfolgte der Aufbau noch mechanisch und der Rechner war damit entsprechend anfällig. Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Spruch des Tages: Anton Bruckner

Wer hohe Türme bauen will, muß lange beim Fundament verweilen.

Anton Bruckner, 04.09.1824 – 11.10.1896, Österreichischer Komponist, Organist und Improvisator. Berühmt sind vor allem seine Sinfonien. Bedeutende Kompositionen hat er auch im Bereich Kirchenmusik geschaffen. Anton Bruckner war einigermaßen skurril. Aus Angst vor unwillkürlichem Samenerguß trug er in der Öffentlichkeit wasserdichte Unterwäsche. Zeit seines Lebens schrieb er Liebesbriefe an unzählige junge Frauen und bekannt war er für seinen Zählzwang. Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Zitat des Tages: Heinrich Spoerl

Faul am StrandFaulheit gehört zu den erlesensten Genüssen des menschlichen Lebens. Aber wie jede Feinkost darf man auch die Faulheit nur in kleinen Teelöffeln genießen und muß sie schlemmerhaft auf der Zunge zergehen lassen. Im Übermaß schmeckt sie widerlich, und wenn sie gar aufgezwungen ist, wird sie zur Qual.

Heinrich Spoerl (1887-1955), deutscher Schriftsteller – Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Spruch des Tages: François de La Rochefoucauld

dem weg folgenSo viele Weichen, so viele Kreuzungen, so viele Lichter, so viele Signale und doch treu bleiben meinem Weg, mir selbst, dem Ziel und dir. Es ist die Treue, die mich und dich zum Ziele führt.

François de La Rochefoucauld französicher Offizier, Diplomat u. Schriftsteller – Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Nachrichten-Gleichklang des Tages: Lehmann vs. Martin

pissoir

Wie verknüpft man Fußball mit Ricky Martin per Foto? Nun ja, von Sängerkollege George Michael ist immerhin eine Toiletten-Anekdote bekannt.

Die Welt ist seit heute Nachmittag nicht mehr wie je zuvor. Gleich zwei Schocknachrichten ließen die Menschheit erstarren: Jens Lehmann beendet nach Ende der aktuellen Fußball-Saison seine Karriere. Und Ricky Martin ist schwul.

Spannend an den Nachrichten ist ihr Gleichklang: beide Ereignisse hat man erwartet, beide Männer nerven mehr oder weniger, beide haben die besten Zeiten hinter sich. Beide waren stets die Nummer zwei in ihrer Zunft, da Titan-Kahn und Robbie Wiliams ihnen die Show stahlen. Beide haben merkwürdige Frisuren und tragen Dienstkleidung in bedenklichen Farben.

Nach Meinung der Kultur Kolumne Redaktion bleiben dennoch beide unauslöschlich im Gedächtnis: Lehmann brachte uns dank eines Spickzettels eine Runde bei der WM weiter und fliegt mit dem eigenen Huschrauber vom Wohnort zum Traning. Und gibt es auch nur einen einzigen lebenden Mann, der einen erotischeren Hüftschwung kann, als die Reinkarnation des perfekten Latinos, der dazu auch noch passabel singen kann? Eben. Wir werde beide vermissen.

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Zitat des Tages: Chinesisches Sprichwort

treeDer beste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren.

Der zweitbeste Zeitpunkt, einen Baum zu pflanzen, ist heute.

Es gibt keinen drittbesten Zeitpunkt.

Chinesisches Sprichwort Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Spruch des Tages: Martin Walser

mütze

Der sprechende Hut aus Harry Potter?

Wer andauernd begreift, was er tut, bleibt unter seinem Niveau.

Martin Walser

Walser ist einer der erfolgreichsten Autoren im deutschsprachigen Raum. Durch sein Anecken ist er immer wieder in den Schlagzeilen. Auseinandersetzungen hatte er unter anderem mit Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki. Im Roman Tod eines Kritikers geht es um Hintergründe und Motive für einen Mord im Literaturbetrieb. Nich auszuschließen ist, daß es Walser mit diesem Roman mit Reich-Ranicki abrechnen wollte. Auf jeden Fall nahm es die Frankfurter Allgemeine Zeitung zum Anlaß, schon vor Erscheinen des Romans darüber zu diskutieren, ob man Kritikerpäpste in dieser Art verunglimpfen kann. Was folgte war ein langes Hin und Her, das vor allem Publicity und Umsatz brachte.

Weiteres Beispiel für Walsers Kunst, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, war seine Rede in der Frankfurter Paulskirche im Jahr 1998. In einigermaßen schwer verständlichen Sätzen legte er sich mit dem damaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Ignaz Bubis an, da er in seiner Rede Interpretationsspielraum ließ. Was bleibt ist die Prägung des Begriffs Moralkeule und eine lange Diskission in allen Medien. Ganz ungeahnte Talente beweist Walser als Schauspieler in Harry Potter, wie Anselm Neft in seinem Blog aufzeigt.

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Zitat des Tages: Peer Steinbrück

Die Szymaniaks, Tilkowskis, Szepans und Burdenskis wurden nicht gefragt, wo sie herkommen, sie mußten gut kicken können.

Peer Steinbrück, Bundes-Finanzminister a.D.

fussball

Das Runde muß ins Eckige

Offizier, Volkswirt, Referent im Ministerium, Staatssekretär, Minister und Schachspieler. Der Lebensweg von Peer Steinbrück klingt trocken wie seine letzte bedeutende Position als Herr der deutschen Finanzen. Eines der am meisten verwendeten Fotomotive ist das verkniffene Gesicht Steinbrücks mit nach unten gezogenen Mundwinkeln. Der Anti-Sympath, der Spießer, der perfekte Finanzbeamte  – diesen Eindruck MUß man einfach gewinnen. Auch in der Web 2.0 Welt gibt es beim Thema Peer Steinbrück wenig zu lachen (zumindest für ihn selbst): Schweizer mögen ihn nicht, weil er deren Bankgeheimniskrämerei in Frage stellte und viele weitere Nutzer von Facebook & Co. wollen ihn einfach nur abwählen oder finden ihn bieder und merkwürdig.

Doch Steinbrück hat Qualitäten, die die meisten anderen Politiker vermissen lassen: er sagt, was er meint und das ohne Rücksicht auf Parteifreunde. Bei seinem Abschied aus dem SPD-Parteivorstand im Oktober 2009  kamen die entscheidende Sätze, die zeigen wie analytisch er denkt und welche Schlüsse er daraus zieht: “Alle bisher gegebenen Deutungen des Wahlergebnisses befriedigen mich nicht. Für mich steht die Tatsache rätselhaft im Raum, dass mitten in der größten Wirtschafts- und Finanzkrise seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland eine Mehrheit der Bevölkerung nicht etwa kapitalismuskritisch – um nicht “antikapitalistisch”, mit der Gefahr von Missverständnissen zu sagen – gewählt hat, sondern eine konservativ-liberale Bundesregierung, die in Teilen stramm markttheologisch orientiert ist. Ich will sagen: In einer Zeit, in der breite Teile der Bevölkerung Augenmaß, Balance, Maß und Mitte anmahnen und dementsprechend sozialdemokratische Antworten eigentlich willkommen sein müssten, entzieht uns ein breites Publikum Vertrauen. Der Hinweis auf die Chiffren Agenda 2010, Hartz IV oder auf die Rente mit 67 oder die Mehrwertsteuererhöhung reicht als Erklärung nicht aus. Denn in keinem dieser Konfliktpunkte ist von einer konservativ-liberalen Bundesregierung eher eine Korrektur zu erwarten als von der Sozialdemokratie.”

Und dann kam es noch ganz dick für die Parteiführung: “Dies alles wirft Schlaglichter darauf, wie stark die SPD mit sich selbst beschäftigt ist. Die innerparteiliche Sicht – und auch innerparteiliche Legitimationsbeschaffung in unseren Gremien – spielt eine unverhältnismäßig große Rolle gegenüber der viel wichtigeren Frage, wie wir durch den Wähler in der Wahlkabine legitimiert werden können. Den Hinweis von klugen Beobachtern, dass sich Parteien zu selbstreferenziellen Systemen entwickeln können, würde ich in der Lage, in der wir jetzt sind, sehr ernst nehmen.”

Hinweise und Links: Die Facebook-Feinde von Steinbrück und die Brandrede vom Oktober 2009. Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz