Arbeitsmarkt und Perspektiven für die Kulturbranche

Jobs in der Kulturbranche Berlin

Rare Jobs in der Kulturbranche – Nationalgalerie Berlin

Die Kunst- und Kulturbranche hat am Arbeitsmarkt einen erstaunlich geringen Stellenwert. Wirft man einen Blick in einschlägige Online-Stellenbörsen, stellt man fest, dass es häufig nicht einmal eine entsprechende Rubrik gibt. Auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit finden sich pro Stadt durchschnittlich 30 bis 40 Stellenangebote – nicht gerade viel für eine Branche, in der deutschlandweit rund eine Million Menschen arbeiten.

Der vom Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) erarbeitete Monitoringbericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft für das Jahr 2013 zeichnet ein anderes Bild: Laut dem Report ist der Gesamtumsatz der Branche auf nunmehr 145 Milliarden Euro gestiegen. Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme von 3,3 Prozent zu verzeichnen.

Auf der 5. Jahreskonferenz der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft, die Anfang November in Berlin stattfand, bezeichnete die zuständige Staatssekretärin Zypries die Kulturbranche als “Leitmarkt der Innovationspolitik der Bundesregierung”. Ohne Kreativität seien Innovationen nicht denkbar. Man wolle künftig andere Wirtschaftszweige dafür gewinnen, sich für neue Kooperationen zu öffnen und das hohe Innovationspotenzial der Kreativwirtschaft zu erkennen.

Lieber selbstständig als arbeitslos

Der Widerspruch zwischen den Verlautbarungen des Bundesministeriums und der geringen Zahl der Stellenanzeigen scheint unauflösbar. Fakt ist, dass es im Kulturbereich von Jahr zu Jahr mehr Selbstständige gibt, was gegen eine Zunahme der Beschäftigungsverhältnisse spricht. Viele Künstler gründen lieber ihr eigenes Unternehmen, anstatt arbeitslos zu bleiben. Ein klassisches Beispiel sind Musiker mit künstlerischer Ausbildung, die in Ermangelung von Auftrittsmöglichkeiten als Instrumentallehrer arbeiten.

Der Kultur-Arbeitsmarkt ist nach wie vor stark ausdifferenziert

Eine Besonderheit des Arbeitsmarktes Kultur ist die starke Ausdifferenzierung. So arbeiten nur rund 3 Prozent derjenigen, die über ein abgeschlossenes Studium im Bereich Bildende Kunst verfügen, tatsächlich als Bildende Künstler. Eine Möglichkeit, ein zusätzliches Einkommen im kunstnahen Bereich zu generieren, stellt die kulturelle Bildungsarbeit in Volkshochschulen dar. Trotz der Sparmaßnahmen der vergangenen Jahre gibt es noch immer Einrichtungen, in denen Aufträge nicht an Honorarkräfte vergeben werden.

In neuen Kulturberufen lässt sich Geld verdienen

Die Digitalisierung hat Kunst- und Kulturschaffenden einige neue Perspektiven eröffnet. Im Smartphone-Sektor beispielsweise gibt es derzeit einen regelrechten “Run” auf Bücher in App-Form. Verlage suchen verstärkt nach Lektoren, die die Umsetzung von Büchern in digitale Formate übernehmen oder neue, App-taugliche Plots entwickeln. Da es in diesem Bereich noch keine akademische Zusatzausbildung gibt, haben Quereinsteiger relativ gute Chancen. Besonders gefragt sind Bewerber, die schon einmal ein Drehbuch verfasst oder eine Webseite erstellt haben.
Das sogenannte “History Marketing” ist ein weiteres Feld, in dem sich Beschäftigungsmöglichkeiten finden lassen. Die Auftraggeber sind häufig Firmen, die ihre Unternehmensgeschichte vermarkten und bei den Kunden ein positives Emotionspotenzial freisetzen wollen. Weitere potenzielle Arbeitgeber sind Hochschulen, Agenturen, Verlage und Museen.

Wer in der Hauptstadt lebt und nach Kunst Jobs in Berlin sucht, kann auf den Internet-Stellenbörsen fündig werden. Hier bieten sich Kulturschaffenden Möglichkeiten, passende Stellenanzeigen anzeigen zu lassen.

67 Kommentare zu “Arbeitsmarkt und Perspektiven für die Kulturbranche

  1. Melanie says:

    Oh man ganz ehrlich, dieses System macht die Menschen zu Geldverrückten! Leider sind das dann viele selbständige Unternehmen auf einem eher prekären Level. Aber immer noch besser als Arbeitslosigkeit ist das allemal. Mal sehen was die Zukunft bringt.

  2. Ich strebe gerade auch meine Selbstständigkeit an, den auf Dauer kann ich mir ein Angestelltenverhältnis einfach nicht vorstellen 🙂

  3. Die Weiterentwicklung von Kultur ich eine wichtige Sache…

  4. Daniela says:

    Guter Artikel. Leute sollen nicht nur an Gedl denken. Schade es ist sehr oft ganz anders.

  5. Der Kapitalismus ist knallhart! Wo kein Geld gemacht werden kann, gibt es auch kaum „human“ bezahlte Jobs. Kultur verspricht zwar keine unmittelbare Rendite, jedoch bin ich sicher, dass die Investition in diesen Bereich unseren Kindern eines Tages zu Gute kommt!

  6. Ein informativer und interessanter Artikel zum Thema Arbeitsplätze. Es ist schade das im Kulturbereich nicht mehr Arbeitsplätze geschaffen werden.

  7. Philipp says:

    Im Land der Dichter und Denker wird Kultur leider immer mehr zum Abstellgeleis.

    Guter Artikel.

  8. Das ist momentan echt zu kotzen. Alle sind nur noch geldgeil, man sollte sich mal wieder auf die wahren Dinge konzentrieren.

  9. Gerade im Bereich der Arbeit ist die Kulturbranche nicht sehr ausgereift.
    Neue Bereiche auf verschiedene Art und Weisen zu entdecken und sich etwas zu trauen kann im endeffekt sehr lukrativ werden!

  10. Danke sehr Informativ aber der Arbeitsmarkt generel in Deutschland ist schwierig.

  11. Wenn dann noch die Bezahlungen entsprechend ansprechend wären, dann wäre alles gut. Das sind sie aber leider nicht. Allerdings finde ich die Zeilen meines Vorschreiberlings Johannes Arnold dazu sehr passend: Man muss eben auch in diesem Bereich kreativ bleiben und sich Ideen und Schlachtpläne überlegen, wie und was man mit seiner Ausbildung anstellt, welche einem ja doch sehr viele Möglichkeiten bietet. Wenn man dann seinen Horizont und seinen Tellerrand ein bisschen erweitert hat, dann sollte das alles auch gut funktionieren. Liebe Grüße!

  12. Kann ich absolut nur zustimmen…

  13. Günther says:

    So ein Angestellten Job wird sich langfristig nicht mehr für die Mehrheit anbieten. Ich denke, dass langfristig gesehen dieses Zeitmodell nicht mehr in unsere Zeit passt. Fast jeder ist heute online und könnte darüber auch arbeiten. Jobs, die nach Leistung bezahlt werden, sind meiner Meinung nach besser. Der Arbeitgeber hat sein Ergebnis, der Auftragnehmer kann sich selber die Arbeit einteilen, wo und wann er diese ausführen möchte. Dadurch könnte man die täglichen 8 Stunden locker auf 6 Stunden kürzen, weil einfach produktiver gearbeitet wird.
    Naja, jeder sieht das ein bisschen anders.
    Was meint ihr zu meinem Gedanken?

  14. Auf jeden Fall sieht es nicht so aus, als würde sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Wenn ich sehe, wie viel ich als Student leisten muss, um später einmal 3.000 netto zu verdienen. Das ist abnormal. Bei einem Haus und Auto sind die nächsten 20 Jahre bei der Bank abgegeben. Da muss nur eine Krise kommen und man sitzt auf der Straße mit einem Berg schulen.

  15. Vielen Dank für den informativen Bericht. Weiter so, Lg

  16. Die Kulturbranche bekommt in Zukunft wieder mehr Rückenwind von der Politik. Und ja, ich kann mich nur anschließen „in neuen Bereichen gibt es Geld“.

  17. Dominik Gross says:

    Ich habe mir von einem Künstlerkollegen sagen lassen, dass „Flachware“ also Bilder und Grafiken immer an den Mann zu bringen wären, nur was er mache also „Aktionskunst“ das wäre richtig schwer zu verkaufen.

  18. Eyup Korku says:

    Das sollte das neue Lebensmotto vieler sein:
    „Lieber Selbstständig als Arbeitslos!“

  19. Ist auf jeden Fall ein Thema, auf das aufmerksam gemacht werden muss. Daher finde ich es gut, dass du drüber schreibst! Hier auf Mallorca sieht das wahrscheinlich noch etwas anders aus. Liebe Grüße aus meiner Mallorca Wohnung.
    Guter Artikel!

  20. Andreas says:

    Ich schließe mich da ebenfalls an. Die Onlinewelt revolutioniert bisherige Gesetze des Geld verdienen. Schaut man nach Amerika rüber, so gibt es täglich mehr Beispiele dafür.

  21. Als Künstler und Designer habe ich Instagram als Marketingtool für mich entdeckt. Das funktioniert bisher ganz gut.

  22. Ich als studierter Musiker kann der Entwicklung des Marktes nur mit Erschrecken zusehen! Nach dem ich mein Studium beendet hatte, habe ich zwar Geld verdient, aber die Aussichten waren mehr als schlecht. Weniger Stellen, Weniger Lohn, zu viele gute Musiker. Mittlerweile bin ich im Vertrieb tätig, habe sehr viel Spaß dabei und verdiene natürlich deutlich mehr. Die Musik ist weiterhin noch meine Leidenschaft.
    Ehemalige Studienkollegen bangen um ihre Jobs – schade! Dabei ist Musik und Kultur im allgemeinen unbezahlbar!

  23. Top Artikel. Ich hoffe nur das in Zukunft an der Kultur nicht gespart wird.
    Macht weiter so.

  24. Leider sind viele dieser „neuen“ Berufe nur von sehr kurzlebiger Dauer.

  25. Wunderbarer Artikel. Hat Spass gemacht ihn zu lesen. Macht auf jeden Fall weiter so!

    LG Georg

  26. Gerade im Kulturbereich zahlt es sich meiner Erfahrung nach aus, sich nicht zu sehr auf eine Sache zu beschränken sondern auch mal über den eigenen Tellerrand hinauszugucken. Mitunter bieten sich in artverwandten Bereichen interessante Arbeitsmöglichkeiten. Ich selbst habe Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Theater in Hildesheim studiert (früher Kulturpädagogik) und arbeite nun zu jeweils 50% als freier Theatermacher und Zauberer. Viele meiner früheren Studienfreunde haben es wie ich geschafft, mit ihrer Kunst individuelle Wege zu gehen und interessante, oft selbständige Beschäftigungen zu finden. Oft war dabei Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen gefragt. Eigensinn wird also auf lange Sicht belohnt!

  27. In der Kulturbranche wird es wohl immer ein Auf und Ab auf dem Arbeitsmarkt geben. Das ist bei anderen Branchen ähnlich. Ich denke die Politik kann und wird da nicht viel machen können.

    Selbständiger Künstler hört sich allerdings verlockend an, ist aber wohl nicht einfach.

  28. Oh man ganz ehrlich, dieses System macht die Menschen zu Geldverrückten! Mal sehen wo das noch hinführt!

  29. Im kulturbereich zu sparen wird sich über kurz oder lang rächen. Eine gesellschaft ohne kultur(sinn) möchte ich mir nur ungerne verstellen.

  30. Frank White says:

    Das hat mir gut gefallen.

  31. Ein sehr toller und interessanter Artikel. Vielen Dank.

  32. Ach darüber könnte man solange diskutieren bis der Arzt kommt aber das macht auch kein sinn ich finde das es mehr sinn macht sich selbständig zu machen weil wo hast du noch eine Sicherheit bei deinen Job? nirgendwo oder!

  33. Gerd Halle says:

    Interessanter Beitrag zur Thematik Kulturbranche, ich bin gespannt, ob die Politik da mitzieht und hilft, Lg, Gerd

  34. Je älter ich werde, desto mehr nervt mich dieses System, dass alles und jeden dazu zwingt Geld zu verdienen, am besten soviel wie möglich. Was dadurch an Kunst, Kultur und Talent verloren geht, weil eben Leute aus diesem Zwang heraus irgendwo im Büro hocken statt ihre Träume zu jagen…
    Ich hoffe echt dass sich irgendwann so etwas wie das bedingungslose Grundeinkommen etablieren wird. Für 99% der Menschen und für die Gesellschaft insgesamt wäre es von Vorteil, denke ich.

    Viele Grüße
    Chris

  35. Interessanter Artikel über die Kulturbranche hoffen wir das die Politik da mit zieht.

  36. IT-Projektor says:

    Nach Durchlesen des Blogartikels und ebenso der externen Kommentare keimt sofort dieses dystope Erahnen hoch.
    Viele Perspektiven, die aufgeworfen werden, haben als Elternteil die Suggestion. Da werden Statistiken bemüht, dass Akademiker ein viel niedrigeres Risiko tragen arbeitslos zu werden als das sogenannte unterqualifizierte Präkariat.
    Mein Eindruck ist auch eher, dass es politisch gewollt ist, den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt (am besten noch in einem Gebiet, für das man Leidenschaft und Interesse hegt) zu erschweren. Der Selektionsdruck (und so muss man das nennen) ist bei den jungen frische ausgebildeten Menschen so hoch, dass viele irgendwann aufgeben und ggf. in eine Krankenkarriere eintreten (z.B. auf dem Teilgebiet der Depressionen).
    Christian wies darauf hin, dass aus seinem Freundeskreis viele Jungakademiker mit respektablen Noten keine solide Stelle bekommen. Diese Erfahrung deckt sich auch mit meinen Beobachtungen.
    Dass es aufstößt, wenn die Wirtschaft unisono mit der Politik singt, dass ein Mangel an Fachkräften vorliegt, ist völlig nachvollziehbar und entbehrt jeder offensichtlichen Logik. Seit Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre rollt eine ungemeine Verabhängigungsstrategie auf dem Arbeitsmarkt vor. Nur damit die noch motivierten Arbeitskräfte „dankbar“ sind überhaupt etwas menschenwürdiges als professionelle Tätigkeit ausüben zu dürfen. Die Abhängigkeit als Machtmittel.
    Verschärft wird dies durch die Appelle, Fachkräfte aus dem Ausland gezielt anzuwerben.
    Die Arbeitsmarktkrise ist gewollt, das amerikanische Modell der Dumpinglöhne für die Masse und Profite für Wenige wird nachhaltig kultiviert. Das hat dieses Land aus seiner jungen erfolgreichen Wirtschaftsgeschichte gar nicht nötig, doch das Zerstören sozialer Errungenschaften ist leider ein profitables Geschäft einzelner Interessensgruppen.

  37. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt dürfte zumindest nicht einfacher werden.

  38. Mediator says:

    Selbstständig als Kunst und/oder Kulturschaffender zu arbeiten ist sicherlich spannend und verspricht Erfüllung in der Arbeit. Ich möchte aber zu bedenken geben, das jegliche Selbstständigkeit ein gewisses Maß an wirtschaftlichen Know How erfordert und das ein Konzept gut durchdacht werden will. Es sind schon die besten Ideen gescheitert weil das Kapital zu knapp bemessen war oder der Wettbewerb die Idee oder das Produkt einfach kopiert hat. Wirtschaftliche und/oder rechtliche Unerfahrenheit können schnell in den Ruin führen.

  39. TumbArt says:

    Die Aussage unserer Politiker “ dass auch der Mangel an Fachkräfte auf den Arbeitsmarkt durch die jetzige Zuwanderung augeglichen werden kann bleibt zur Zeit fraglich.Desweiteren auch die Frage wie können oder lassen sich die vielen strengen muslimischen Migranten mit ihren oftmals fundamentalen Kultur und Religionsansichten in den Arbeitsmarkt integrieren und ist eine Integration der vielen anderen Religionen auf Grund der ständig anwachsenden Konflikte weltweit langfristig unter einem Dach ,“ in friedlicher hinsicht überhaupt möglich?Oder bilden sich etwa immer häufiger Parallelgesellschaften?Explodieren die Sozialhilfe-Kosten oder boomt unsere Wirtschaft in den nächsten Jahren durch die Zuwanderung???Oder wird wieder über Medien und Politiker alles schon geredet?Fragen über Fragen???

  40. Ich danke Ihnen für diesen informativen Beitrag. Von der Politik erwarte ich mir wenig. Diese hat nur wirtschaftliche Interessen. Die Kulturbranche wird sich selbst helfen.

  41. Ja da kann ich nur zustimmen. In der Kulturbranche gibt es heutzutage immer mehr Perspektiven. es sah ja mal anders aus aber es bessert sich wieder.

  42. In allen Branchen gibt es Probleme am Arbeitsmarkt. Es gibt zu viele Leute, die ein Studium absolviert haben, da kann dann rausgepickt werden oder man hat einen Elternteil, der schon beim gewünschten Arbeitgeber beschäftigt ist.

  43. PS:

    Und ein Buch in ein digitales e-Book zu verwandeln ist doch nun wirklich kein Hexenwerk!

  44. Gerade in den kreativen Bereichen ist es schwer über den offiziellen Weg reinzukommen. Es sei denn man macht in jungen Jahren erst einmal ein unbezahltes Praktikum. Am besten für 6 Monaten. Und wenn man gut war darf man verlängern – weil es sich natürlich gut macht wenn da eine namhafte Agentur drin steht.
    Allerdings hab ich von den von dir beschriebenen Berufen wie dem History Marketing noch nie was gehört.. Man muss nur wissen wie! Dann kann man mit allem Geld machen.

  45. Stephan says:

    Super Artikel 🙂 gefällt mir richtig gut! 🙂

  46. Toller Artikel, vielen Dank!

  47. Ich denke, generell die Kulturbranche hat es schwieriger als manche andere Branchen.

  48. Kreativität ist für freiberuflich Kunst- und Kulturschaffende selbstverständlich und beschränkt sich nicht nur auf ihr Schaffen, sondern muss sich zwangsläufig auch auf Ideen erstrecken, um von diesem Schaffen leben zu können. Ein noch ganz und gar nicht abgegrastes Feld sind Incentive Reisen! Gerade wer in höheren Führungsebenen arbeitet, in „Anzughausen“, weiß es oftmals zu schätzen, wenn etwas Bodenständiges mit den Händen getan werden kann, Common Painting beispielsweise oder oder gemeinsame Bildhauerei, die eine Skulptur fürs Firmenfoyer zum Ergebnis hat. Eine Tanzchoreographie aller Abteilungsleiter für das Firmenjubiläum als gleichzeitige Teambuilding-Maßnahme. Mit einem guten Konzept ist man bei Agenturen für Incentives oder Events gern gesehen, nur mal so als Tipp…

  49. Der gesamte Arbeitsmarkt ist schwach, nicht nur die Kulturbranche.

  50. Der Kulturbereich ist eine einzige Katastrophe. Alle die ich aus diesem Bereich (Museologie, Kunstgeschichte…) kenne hangeln sich entweder von Praktikum zu Praktikum (meist natürlich unbezahlt) oder bewerben sich auf mies bezahlte Volontariate wo an die Bewerber eine riesige Liste an Forderungen gestellt wird, was sie doch alles beherrschen sollten (und es wohl kaum jemanden gibt, der diesen Anforderungen zu 100% entspricht). Und wenn es doch mal angebote an Stellen gibt, dann zumeist halbtags und befristet irgendwo JWD zu Gehältern wo man sich fragt wozu man eigentlich studiert hat, wenn ein Kassierer im Supermarkt mehr verdient. Die Frustration ist dementsprechend groß. Ich befürchte aber, dass sich hier nicht so schnell etwas ändern wird.

  51. Ich denke, wer darauf wartet, dass sich an der beschriebenen Situation etwas ändert, der irrt sich. Diese Beschäftigungsverhältnisse werden wohl eher noch zunehmen, wie sich ja auch in der gesamten Gesellschaft der Bereich der selbständig Arbeitenden im Vergleich zu den Angestellten ständig vergrößert. Aber gerade im Kulturbereich bieten sich doch viele ganz besondere Chancen. Denn Menschen, die ohnehin im kreativen Bereich arbeiten fällt es doch viel leichter, ihre Kreativität auch auf andere Bereiche zu übertragen und sich so eine eigene Existenz aufbauen, und gerade auch was z.B. eine eigene Unternehmensgründung angeht. Oder sich in diesem Bereich einfach eine Nische zu suchen, die zu ihnen passt.

  52. Leider sind das dann viele selbständige Unternehmen auf einem eher prekären Level. Aber immer noch besser als Arbeitslosigkeit ist das allemal. Ich ziehe den Hut vor jedem, der sich in diesem Bereich versucht.

  53. In der Schweiz ist der Arbeitsmarkt zum Glück ziemlich gut ausgelastet. Aber die Kulturbranche hat auch hier keinen grossen Einfluss. Auffallend ist, dass solche Stellen in Krisenzeiten immer noch rarer werden als sonst. Da lässt sich einfach Geld sparen 🙁

  54. Ich sehe auch in meinem Freundeskreis, dass immer mehr Leute selbstständig sind. Für viele ist es wirklich eine große Chance, denn auf dem Arbeitsmarkt sieht es für viele leider nicht so rosig aus. Einige sind sogar in die Selbstständigkeit gestartet, um nicht mehr arbeitslos zu sein.

  55. Ich finde es gut, dass heutzutage einige Menschen den Weg in die Selbstständigkeit wagen. Natürlich hat man dabei immer ein Risiko, aber es heißt ja auch: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt 😉 Viele werden es auf jeden Fall schaffen, unabhängig in die Zukunft zu schauen.

  56. Wir unterstützen Stellensuchende im Bewerbungsprozess und Erwerbstätige bei Ihrer weiteren Karriereplanung (von der Laufbahnanalyse bis hin zu Gehaltsverhandlungen). Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass Kulturschaffende oder in der Kulturbranche Tätige eigentlich weniger auf unsere Dienstleistungen zurückgreifen. Ob dies an der generell schlechteren Situation des Arbeitsmarktes liegt, oder Kulturschaffende weniger Unterstützung benötigen können wir leider nicht sagen.
    Unseres Erachtens ist der Branche jedoch eine Erholung zu prognostizieren, welche mit der Entwicklung von neuen Medien, sozialen Plattformen sowie der Reduktion der Produktionskosten einhergeht.

  57. Ähnlich wie unsere Vorposter würden auch wir von einer Krise des gesamten Arbeitsmarktes sprechen, die traditionell stärker auf den Kulturbereich wirkt. Allerdings erleben wir – als Institut für Weiterbildung von Führungskräften – gerade in letzter Zeit einen nie dagewesene Menge an Kulturwissenschaftern die sich in Managementthemen weiterbildet, um noch besser in ihrem angestammten Feld wirken zu können. Meist sind Kunst- und Kulturschaffende auch glücklicher mit ihrer Tätigkeit als „Betriebswirtschafter“ es sind. Mit den notwendigen Zusatzkompetenzen ist es – und davon sind wir überzeugt – auch heute noch möglich seinen Lebenstraum in diesem Bereich zu verwirklichen – entsprechende Fertigkeiten vorausgesetzt.
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz, M. Porter

  58. Anton Heinrichs says:

    Der gesamte Arbeitsmarkt ist derzeitig in Krise und da ist natürlicher Weise die Kulturbranche keine Ausnahme. Mal sehen was die Zukunft bringt.

    Grußs aus Ingolstadt.

  59. Hmmm,

    aber ist diese Entwicklung wirklich so neu?

    „Freischaffende Künstler“, vor allem auch solche die sich von Job zu Job so durchgeschlagen und zwischendrin ALG kassiert haben, die sich nebenbei bei der VHS verdingt haben etc, gab es doch stets zuhauf, von vielen kleinen 1-Mann-Agenturen etc mal ganz zu schweigen.

    Insofern meine Frage ob dies wirklich ein zunehmender Trend ist?

  60. Der Weg in den Job ist schon schwierig. Noch schwieriger wird es allerdings, wenn man dann auch noch etwas daran verdienen will. Gerade im Kulturbereich wird immer mehr gespart und da bleibt nicht viel übrig. Ich kann die Leute verstehen, die sich lieber selbstständig machen, auch wenn da immer viel Mut zugehört.

  61. Die meisten, die ich kenne, sind entweder noch Studenten (klingt besser, als Praktikum) oder machen eben ein Praktikum. Egal ob Bachelor oder Master, egal ob Philosophie, BWL oder Machinenbau. Auch Leute mit Einser-Zeugnissen kriegen nichts. Und dann wird einem etwas über Fachkräftemangel erzählt.

  62. Da gebe ich Dir vollkommen recht Alex! Ich hoffe nur, dass es bald wieder besser werden wird. Egal in welcher Branche, es ist einfach sehr schwierig geworden einen guten Job zu finden. Viele Freunde mit einem Bachelor finden seit Monaten keine Vollzeitstelle.

    Danke an dieser Stelle auch für diesen sehr informativen Artikel!

  63. Ich denke momentan schwächelt eher der gesamte Arbeitsmarkt; nicht nur die Kulturbranche.

  64. Naja um ehrlich zu sein denke ich außerdem, dass eine Beschäftigung auf Angestelltenbasis die Kreativität stark einschränkt. Wirklich entfalten kann man sich doch nur, wenn man selbst Verantwortung übernimmt, und damit sich auch selbständig macht, oder? Und das trifft dann vor allem auf kreativ Schaffende zu.

  65. Ich finde den von dir angesprochenen Bereich „Bücher als App“ sehr interessant. Es gibt mittlerweile wirkliche einige Autoren, die sehr erfolgreich sind und vorher mit Sicherheit keinen Zuschlag von einem Verlag bekommen hätten.

  66. Sehe ich genauso wie Frank. Besonders im Streaming oder innerhalb der Youtube Szene wird man oftmals noch schief angeguckt, wenn man sagt, dass man damit versucht, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Oder es schon geschafft hat und davon leben kann.

  67. Ich hoffe, die Kulturbranche bekommt in Zukunft wieder mehr Rückenwind von der Politik. Und ja, ich kann mich nur anschließen „in neuen Bereichen gibt es Geld“.

    Guter Artikel. Danke!

    Beste Grüße,
    Frank

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