Streitpunkt des Tages: Multikulti

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Deutschland und seine Nationalfarben

Wenn alle mitreden, aber kaum jemand Bescheid weiß, ist es immer ein sicheres Zeichen dafür, daß das Thema in einem sehr kurzen Zeitraum hochkocht und dann genauso schnell wieder vergessen wird. So zu beobachten derzeit beim Begriff Multikulti. Bundeskanzlerin Merkel hat die aktuelle Diskussion durch ihr Zitat: Multikulti ist gescheitert angeregt. Viele Zeitungen und Onlinemedien greifen dieses Thema in epischer Breite auf. Was versteckt sich eigentlich dahinter?

Multikulturalismus

Multikulturalismus ist der Oberbegriff für eine Reihe sozialphilosophischer Theorieansätze mit Handlungsimplikationen für die Kulturpolitik  eines Landes. Multikulturalisten treten für den Schutz und die Anerkennung kultureller Unterschiede durch den Staat ein. Multikulturalismus steht dem Gedanken einer dominanten Nationalkultur ebenso entgegen, wie dem in den USA weit verbreiteten Gedanken des Melting Pot, der von einer Angleichung der verschiedenen Kulturen ausgeht.

Das Ideal der multikulturellen Gesellschaft

Ziel des Multikulturalismus ist die multikulturelle Gesellschaft, in der es keinen staatlichen oder auch nichtstaatlichen Anreiz oder „Druck“ zur Assimilation geben soll. Die ethnischen und kulturellen Gruppen sollen hingegen nebeneinander existieren. Dabei beruht dieses Modell auf der Voraussetzung, dass die (Angehörigen der) jeweiligen Ethnien sich gegenseitig Verständnis, Respekt, Toleranz entgegenbringen und einander als gleichberechtigt ansehen.

Die in einer multikulturellen Gesellschaft entstehenden Konflikte sollen dabei – nach dem Willen der Befürworter eines solchen Gesellschaftsmodells – durch eine sogenannte „interkulturelle Erziehung“ minimiert werden, ebenso wie durch eine restriktive Anti-Diskriminierungs-Gesetzgebung.

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz, Text inspiriert durch diesen Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Multikulti

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