Steuersenkung zum Nachrechnen

Erfolgsmeldung – und was dahinter steckt

Das Leben genießen

Es sich richtig gut gehen lassen

Koalition einigt sich auf Steuersenkung – Steuerstreit in schwarz/gelber-Regierung beigelegt – Steuerentlastung kommt – Weniger Steuern für kleine und mittlere Einkommen: so oder so ähnlich lauteten die Pressemeldungen zum Koalitionsgipfel der CDU, CSU und FDP Anfang November 2011. Hört sich gut an, zumal die Summe von sechs Milliarden EURO (in Zahlen € 6.000.000.000) ins Spiel gebracht wurde. Tolle Regierung, danke!

Allerdings lohnt sich eine kurze Überschlagsrechnung, die die Meldung in ein anderes Licht rückt.

  • 6 Mrd. EURO sind je Bundesbürger etwa 75 EURO jährlich, im Monat also etwas mehr als sechs EURO. Nun könnte man noch Rentner, Kinder und Arbeitslose herausrechnen – es werden dennoch nur knapp zehn EURO im Monat an Steuererleichterung je Beitragszahler sein.
  • Das ganze startet ab 2013. Also noch über ein Jahr, bis überhaupt etwas passiert.
  • Ob dieser Vorschlag tatsächlich Realität wird, hängt mindestens zur Hälfte vom Bundesrat ab, da die Bundesländer die Steuersenkungen mitfinanzieren müssen. Wegen der fehlenden Mehrheit von Schwarz/Gelb in diesem Gremium, ist die Bunderatszustimmung mehr als ungewiß. Zudem ließ SPD-Chef Gabriel verlauten, er werde gegen Steuersenkungen Klage einreichen.

Die Meldung hätte also korrekt heißen müssen: Knappe 10 EURO gibt es übernächstes Jahr mehr, aber ob das tatsächlich eintritt, hängt vom Wohlwollen der politischen Konkurrenz und von Gerichten ab. Eine schöne Erfolgsmeldung.

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

3 Kommentare zu “Steuersenkung zum Nachrechnen

  1. Was für ein Unsinn. Könnte man erfahren aus welchem Zeitraum dieser Artikel stammt?

  2. Das man wegen der Summe von 10€ so einen Aufstand gemacht hat. Da sind doch schon fast die Verwaltungs- und Managementkosten höher. Von den 10€ pro Bürger würde ich lieber die finanzielle Unterschicht etwas mehr unterstützen.

  3. … das ist tatsächlich voll lächerlich. Eine Steigerung der Kaufkraft und der Inlandsnachfrage kann man wohl getrost vernachlässigen. Das können die Griechen doch viel besser brauchen (kleiner Scherz). Aber natürlich ist das was für die Medien – der nächste Wahlkampf kommt. „Wir haben die Steuern gesenkt…“ – ganz klasse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *