Pressemeldung des Tages: Klimakonferenz in Kopenhagen

Diese Dame muß nicht nur Fotografen ertragen. Dieser Tage sind in der Stadt an der Ostsee unzählige wortgewaltige Klimaschützer aus aller Herren Länder unterwegs

Diese Dame muß nicht nur Fotografen ertragen. Dieser Tage sind in der Stadt an der Ostsee unzählige wortgewaltige Klimaschützer aus aller Herren Länder unterwegs

Der Verband der Nationalen Naturlandschaften hat bei einem Gespräch mit Bundesumweltminister Röttgen seine Forderungen für die Klimakonferenz in Kopenhagen vorgestellt. „Regierung und Umweltverbände sind sich grundsätzlich einig: Kopenhagen muss zum Erfolg werden. Doch dazu bedarf es neben der Fokussierung auf die globalen Ziele auch der Unterstützung von klimaschutzrelevanten Aktionen vor Ort in den Nationalen Naturlandschaften“, sagte Guido Puhlmann, Vorsitzender des Verbandes. Dazu gehöre beispielsweise die Renaturierung von Moorflächen. „Anstatt Moore für die landwirtschaftliche Nutzung trocken zu halten und damit ständig Treibhausgasemissionen freizusetzen, können durch die Wiedervernässung der Flächen mehrere Millionen Tonnen CO2 gebunden werden“, so Puhlmann.

Die Themen Klimawandel und Biodiversität sind seit der Klimakonferenz 1992 in Rio de Janeiro untrennbar miteinander verbunden. Aus ökologischer Sicht ist eine Begrenzung des CO2-Gehalts der Atmosphäre auf 350 ppm (0,035 Vol%) unbedingt notwendig, sagte der Vorstandsvorsitzende. Dies wurde in der vergangenen Woche auf der internationalen „World Wilderness Congress“ in Mexiko verabschiedet, wie in einer Pressemeldung mitgeteilt wurde.

In den Nationalen Naturlandschaften sind die notwendigen Projekte zum Klimaschutz umsetzbar. „In unseren Nationalparks, Biosphärenreservaten und Naturparks können wir erklären, was der Klimawandel bedeutet. Gleichzeitig wird hier die natürliche Arten- und Biotop-Vielfalt erlebbar“, erläuterte Puhlmann und verwies auf den Erhalt dieser natürlichen Lebensräume. Zustimmend äußerte sich auch Bundesumweltminister Röttgen zu diesem Thema: „Der Schutz unserer Ökosysteme ist Voraussetzung für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlage.“

Ziel muss es sein, der Gesellschaft ein Gefühl für den Wert dieser einzigartigen und wertvollen Landschaften zu geben. „Dann kann man die Menschen auch dafür sensibilisieren, mit dem Klimaschutz und dem Schutz der Artenvielfalt direkt vor der Haustür zu beginnen. So geht Kopenhagen uns alle an“, so der Vorsitzende.

Bundesumweltminister Röttgen und Bundeskanzlerin Merkel werden zum Klimagipfel in Kopenhagen die Vorreiterrolle Deutschlands im Klimaschutz weiter einzunehmen. „Wenn wir selber mehr tun, sind wir glaubwürdiger“, sagte Röttgen.

Die Nationalen Naturlandschaften vereinen als Dachmarke alle deutschen Großschutzgebiete unter einem Namen. Ihr Ziel ist es, die derzeit 14 Nationalparks, 16 Biosphärenreservate und über 100 Naturparks durch ihren gemeinsamen Auftritt zum Inbegriff für die Schönheit deutscher Natur zu machen. Die Nationalen Naturlandschaften bieten den Großschutzgebieten einen einheitlichen gestalterischen Rahmen, der Besuchern, Förderern und Medien Orientierung, Überblick und Wahrnehmung der zahlreichen Angebote erleichtern soll. Die Nationalen Naturlandschaften werden von der Dachorganisation der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks EUROPARC Deutschland getragen sowie von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstützt.

Kommentar der Kultur-Kolumne: Ach wenn doch Klimaschutz so einfach wäre. Derzeit kann kein normaler Mensch ernsthaft daran glauben, daß verbindliche Maßnahmen in Kopenhagen entschieden werden. Zu unterschiedlich sind die Interessen der Vertreter, außerdem dürfte wieder hart gepokert werden; schließlich ist der Klimaschutz ein Milliardengeschäft. Entwicklungsländer sehen bestimmt die Chance, die wegen der Rezession ausbleibenden Beträge über den Umweg Klimaschutz zu erhalten. Welchem Land kann man da übel nachreden, wenn das Klima als Pfand eingesetzt wird? Allerdings könnte jeder einzelne mit seinem Verhalten, das Klima ganz leicht positiv beeinflussen: Auto aus am Bahnübergang, Wasserhahn zu beim Zähne putzen, dicken Pullover anziehen statt Gasheizung auf mollige 24°C drehen.

Indes: wem will man es verdenken, in Australien bei heißen 37°C die Klimaanlage nicht zu benuten? Oder das Eigenheim nicht mit einer Isolierung zu versehen, weil die Investition das gesamte Einkommen bis zur Rente verbrauchen würde? Und wieviel Energie verbraucht eigentlich die Herstellung eines Windrades? Wieviel Energie verbrauchen die Vertreter aus allen Ländern der Erde mit ihren Flügen nach Kopenhagen? Wieviel Energie verbraucht Ihr Computer in diesem Moment (und die anderen Milliarden Dinger, die auf der ganzen Welt laufen), wieviel Energie braucht der Server, auf dem diese Internetseite läuft? Das wahrscheinlichste ist, daß noch Jahrzente geredet und nicht gehandelt wird. Oder man beherzigt eine alte Weisheit von Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes. Außer: Man tut es.

Quelle und weitere Information zur Pressemeldung:
Vivian Sophie Kreft
Leiterin Kommunikation
EUROPARC Deutschland e.V.
Friedrichstraße 60
10117 Berlin
Tel. 030/288 78 82-20
vivian.kreft@europarc-deutschland.de
www.nationale-naturlandschaften.de

Foto: pe_ma@Flickr CC-Lizenz

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7 Kommentare zu “Pressemeldung des Tages: Klimakonferenz in Kopenhagen

  1. Leider wird davon aus Profitgier viel zu wenig in die Tat umgesetzt. Der Mensch selbst lebt immer gesünder, misachtet seinen Lebensraum aber schlimmer denn je.

  2. Druckerei Hannover says:

    Viel Palaber aber es wird viel zu wenig und zu langsam umgesetzt.

  3. Kartenlegerin Madame Mimi says:

    Man muss um e i n e s Baumes willen
    nicht gleich den ganzen Wald ausrotten.
    – unbekannt –

  4. Ich wohne hoch im Norden. Dort sind Natur und Tiere das Thema nummer eins. Wir sollten doch besser auf die Erhaltung der Natur achten. Wie viele Tiere sterben an der verseuchten Umwelt. Auch wir Autofahrer sind einteil mitschuldig. Hoffentlich findet die Regierung nun einmal eine vernünftige Regelung und nimmt dieses Thema ein wenig ernst.Ich baue auf Koppenhagen.

  5. ich schliesse mich seo an

  6. Ich finde, dass die Regierungsbosse und deren Deligierte viel zu wenig den Ernst der aktuellen Lage erkennen. Der Fokus aller Investitionen müsste vertieft auf die Erhaltung unserer Natur gelegt werden.

  7. 888sport says:

    Man kann nur hoffen, dass es in Kopenhagen zu einer sinnvollen Einigung kommt, damit es nicht zu schlimmen Umweltkatastrophen kommt.
    Man kann aber selbst auch sehr viel dazu beitragen, zum Beispiel, indem man weniger Fleisch ist. Denn der CO2 Austoß, der durch die Rinder versucht wird, beträgt allein schon 18%!!!

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