Zitat des Tages: Barbara Kux

Beim derzeitigen Bevölkerungswachstum ist absehbar, dass wir bald zwei Erden brauchen. Wir haben allerdings nur eine.

Barbara Kux

Langsam wird es eng auf der Welt. Die Managerin aus der Schweiz, Barbara Kux, hat es auf den Punkt gebracht. Das Bevölkerungswachstum vollzieht sich in immer schnelleren Bahnen. Zu Zeiten Jesu Christi dauerte die Verdopplung der Weltbevölkerung noch über zweihundert Jahre. Derzeit sind es nur etwas über dreißig Jahre. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Kontinenten gewaltig. In Asien gibt viele Länder mit einer durschnittlichen Fruchtbarkeit (Geburten pro Frau) von über drei, während in Europa der Wert bei weit unter zwei liegt.

Ein weiterer Effekt durch dieses Wachstum ist das Entstehen von Millionen-Städten. 1975 gab es gerade einmal 5 Städte mit mehr als 10 Millionen Einwohnern. Im Jahr 2005 waren es schon vierzehn; 2026 werden es wahrscheinlich mehr als 25 sein. Auch hier liegen die größten Steigerungsraten in Asien.

Es werden immer mehr

Es werden immer mehr

Foto: TomStardust@Flickr

Spruch des Tages: Gunter Gabriel

Erst im Alter habe ich mich geärgert, wenn ich immer noch Schlager-Fuzzi genannt wurde. Man müßte doch langsam den Unterschied kapieren. Aber ich bin kein Hasser. Nennt mich Diesel-Cowboy oder Arschloch, das ist mir egal, aber laßt den Schlagersänger sein.

Gunter Gabriel im Interview mit der WELT am 19.10.2009

Echte Männer fahren große LKWs

Echte Männer fahren große LKWs

Foto: Thomas Kohler@Flickr

Zitat des Tages: Eckart Witzigmann

Gulasch mit Zwiebeln vom Vortag? Können Sie wegscmeißen. Ich unterstütze Qualität, nicht Faulheit.

Eckart Witzigmann

Hätte es hierfür drei Sterne gegeben?

Hätte es hierfür drei Sterne gegeben?

Der österreichische Meisterkoch startete in München richtig durch: als erster Koch im deutschsprachigen Raum erhielt er 1979 die mehr als begehrten Sterne des Restaurantführer Michelin. Zu der damaligen Zeit waren fast ausschließlich Köche und Restaurants in Frankreich in dieser Liste vertreten. In Witzigmanns Aubergine kehrten nach der  Auszeichnung noch mehr Prominente als vorher ein und aus, was ihm ihm auch großen wirtschaftlichen Erfolg brachte.

Gelernt hat Witzigmann sein Handwerk beim als Jahrhundertkoch bekannten Paul Bocouse. Lehrer waren ebenso Paul Simon und Roger Verge. Vor der dem Aubergine betrieb er das Tantris, das er von 1970 bis 1978 in München führte. Der Ruhm währte allerdings nicht ewig. Das Aubergine mußt er 1993 aufgeben, da Witzigmann wegen einer Drogenaffäre die konzession verlor. Der Erfolg kam allerdings kurze Zeit später zrück: Eckart Witzigmann wurde als vom französischen Fachblatt Gault Millau Koch des Jahrhunderts ausgezeichnet. Meisterkoch Witzigmann gilt als Begründer der Nouvelle Cuisine in Deutschland.

Die besten Bücher 2009

Mitmachen und Preise gewinnen

Mitmachen und Preise gewinnen

Beim Leserpreis 2009 können Leser die besten Bücher bestimmen. Veranstaltet wird die Aktion vom Literaturportal LovelyBooks, einer Community für Leser und Autoren. Bislang haben 3.400 Leser schon fast 900 Bücher nominiert. Damit ist der Leserpreis 2009 von LovelyBooks ein echter Publikumspreis. Mitausrichter des Preises ist die Stiftung Lesen, die das Ziel verfolgt, das Lesen in der Medienkultur zu stärken. Bis zum 13.12.2009 können Sie teilnehmen. Hier können Sie Ihre Stimme abgeben.

Das Ziel von LovelyBooks ganz einfach: nur gute Bücher sollen gelesen werden. Über Empfehlungen der anderen Nutzer erfährt man die in der Regel die besten Tips. Vertreten sind die Kategorien Krimis/Thriller, Historische Romane, Science Fiction Fantasy, Moderne Literatur, Klassische Literatur, Kinder- und Jugendbuch, Biographie, Comic/Cartoons/Humor, Sachbuch, Ratgeber Freizeit,  Lyrik/Drama/Epik und Sonstiges.

Leser können Rezensionen oder Kommentare abgeben und so in Kontakt mit anderen Lesern kommen. Auch Autoren kommen nicht zu kurz. Sie können mit anderen Autoren kommunizieren, Neues vorstellen und Fans gewinnen. www.lovelybooks.de/leserpreis

Update – Die Gewinner 2009

In der Kategorie Allgemeine Literatur belegten die Plätze eins bis drei:

Markus Zusak – Die Bücherdiebin mit 615 Stimmen
Kristin Cashore – Die Beschenkte mit 538 Stimmen
Daniel Glattauer – Alle sieben Wellen mit 410 Stimmen

Spruch des Tages: Christian Morgenstern

Jede Landschaft hat ihre eigene besondere Seele, wie ein Mensch, dem du gegenüberlebst.

Christian Morgenstern

Seenlandschaft in Mecklenburg

Seenlandschaft in Mecklenburg

Foto: Thomas Kohler@Flickr

Musiker des Tages: Karl Theodor zu Guttenberg

Allein der Name bürgt für Qualität: Dr. Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg. Von seinen Freunden, oder die, die sich dafür halten, wird er KT genannt; die Harald-Schmidt-Show machte ihn zum “Katsche Guttenberg”. Er ist locker und spritzig und kann so herrlich besorgt seine Stirn in Falten legen. Er trägt Anzüge mit der richtigen Armlänge, Hemden mit den richtigen Manschetten, dazu die richtigen und souverän gebundenen Krawatten. Er kann nicht von seinem elendteuren Haargel lassen, das ihm vermutlich viele Neider einbringt, die es als Beispiel für seine Schnöseligkeit heranziehen.

Zu Guttenberg hat alle Voraussetzungen für den absoluten und widerstandslosen Erfolg: die Eltern künstlerisch begabt und adelig, der Großvater wichtiger Politiker, die Ausbildung sinnvoll in der Ausrichtung und zielführend im Ergebnis. Das Kapital des Familienbesitzes reicht offenbar, um von den Zinsen leben zu können (Schmidt Show: “energischer Edelmann”).

Seine Gattin ist überdurchschnittlich blond und schön, die Kinder süß. Dazu parliert er in einem Englisch, das selbst Muttersprachler verblassen läßt. 2009 wird er zum politischen Überflieger und wenn er nicht allzu große Fehler macht, wird er noch mindestens 30 Jahre an der Macht bleiben. Rund herum ein toller Kerl, beliebt beim Volk wie kein zweiter seiner Zunft und dennoch: er geht einem gehörig auf die Nerven. Warum nur, lieber Herr zu Guttenberg, bleiben Sie nicht auf dem Teppich in Ihren Gesprächen mit der Presse, deren Vertreter man in Ihrer Gegenwart gerne als Heinis und Fuzzies bezeichnen möchte? Oder ist der folgende Ausschnitt ein ganz normales Interview? Der ehrenwerte Kollege Beckmann gab sich alle Mühe, doch auch er konnte nicht verhindern, daß passierte, was kommen mußte, wenn DJ KT losgelassen:

Beckmann: Das heißt, Sie haben jetzt noch Zeit, wenn Sie morgens um zwei zu Hause sind, mal eben ‘ne viertel Stunde zu spielen, ne kleine Fuge von Bach …?

KT: Die Fuge von Bach kommt manchmal sehr knarzig. Die ein oder andere Mozart Sonate auch. Vielleicht auch mal ‘nen Boogie Woogie, das ist einfach der Stimmung jeweils folgend. Oder auch mal ein verquerer Jazz.

Später folgten noch Hinweise auf Rockkonzerte, Spätvorstellungen von verrückten Filmen und eine australische Band namens AC-DC. Die Kultur Kolumne meint ganz klar: Karl-Theodor von und zu Guttenberg muß Präsident werden, leider darf er das erst mit vierzig Jahren. Wir werden uns bis zum 05.12.2011 gedulden müssen.

Fernsehkritik des Tages: Christian Buß

So schön ist es in der Eifel

So schön ist es in der Eifel

Zum Grausen – Oder gehörte das zum Besetzungskonzept? Eine gewisse Logik besäße es ja schon: Deutschland als Nation von Zombies, dargestellt von den Fernsehzombies der Nation.

Christian Buß

Der SPIEGEL-Online Autor nimmt sich in seinem Kommentar den RTL Zweiteiler Der Vulkan vor. Er entlarvt den Sender mit dessen Eigenproduktion bei den üblichen Verdächtigungen: Story, Action, Schauspieler – alles Durchschnittsware. Der Ort des Geschehens ist die idyllische Vulkaneifel, die von feinem Staub durch einen Vulkanusbruch bedeckt wird. Einige Protagonisten finden Unterschlupf in einer Höhle und treffen hier aufeinander. Zeit für Helden also.

Die Effekte des Film, die die meisten unter uns nur vom Terroranschlag auf das World Trade Center kennen, wirken im Film: langanhaltender Staubregen. Doch dann wird es aberwitzig: nicht das Leid der Bürger nach der Naturkatastrophe, sondern die zwischenmenschlichen Beziehungen dominieren die Szenen: Kapitalismuskritik, Gesellschaftsverfall und der ganz normale Wahnsinnn des Alltags – das sind die Themen, die nach dem Vulkanausbruch diskutiert werden.

Wirklich schlimm sind allerdings die schauspielerischen Leistungen; “Schauspielattrappen” nennt Christian Buß sie: Ursula Karven als Ärztin, Jenny Elvers-Elbertzhagen als Managerzicke und Schlagersängerin Yvonne Catterfeld als Vulkan-Expertin – das will man eigentlich nicht sehen. Immerhin fast sechs Millionen Zuschauer fanden, das das nicht so dramatisch ist. Sie dürften sogar recht haben: Die Alternativen im TV-Programm waren: eine Schnulze im ZDF, die achtundzwanzigste Wiederholung des Grafen von Monte Christo, die achtundsechzigste Wiederholung von Dirty Dancing und das perfekte Promi Dinner.

Foto: schulle77 @Flickr

Spruch des Tages: Karsten Mekelburg

Balooning – Denglisch für “Ballonfahren”. Anstrengenste und Schweiß treibendste der neuen Trendsportarten bei der man sich in der Gondel eines Ballons Wind und Wetter aussetzt. Die atemlose Stille des lautlosen Dahingleitens wird dabei harmonisch vom düsenjägerähnlichen Geräusch des Gasbrenners unterstrichen.

Karsten Mekelburg aus: “Teufelsspitzen”

Auf in die Lüfte

Auf in die Lüfte

Foto: azim_nsazim_ns@Flickr