Zitat des Tages: Albert Camus

Aller Anfang ist schwer

Der Anfang von allem

Die meisten großen Taten, die meisten großen Gedanken haben einen belächelnswerten Anfang.

Albert Camus

Der französische Schriftsteller war einer der bedeutendsten seiner Zunft in Frankreich. Er überstand Tuberkulose, wurde von seiner Tante aufgezogen und heiratete die drogensüchtige Ex-Verlobte seines Freundes. Dank der Lobeshmyne von Jean-Paul Sartre, der seinen Roman Der Fremde als wichtiges Werk des Existentialismus einstufte, wurde Camus einer der bekanntesten Philosophen (“Philosophie des Absurden”) seiner Zeit. Das Absurde ist für ihn der Widerspruch zwischen Menschen, die nach Sinn streben und der Welt, die seiner Ansicht nach sinnentleert ist. Die relevanten philosophischen Arbeiten von Camus sind die Essays Der Mythos des Sisyphos (Le Mythe de Sisyphe, 1944) und Der Mensch in der Revolte (L’Homme révolté, 1951). Ein berühmtes Zitat von Albert Camus: „Letztendlich ist es sehr dumm, nur mit der Pest zu leben. Ein Mensch muss natürlich kämpfen […]. Aber wenn es damit endet, dass er sonst nichts mehr liebt, wofür ist dann das Kämpfen gut?”

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Urlaub und Literatur miteinander verknüpfen

Beste Kurzgeschichte mit Bezug zum Urlaubsland gesucht / Gewinner reist ins Bücherhotel

Naturlandschaft

Idylle Mecklenburgische Schweiz

Gemeinsam mit dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern startet die vielgenutzte Internetplattform wissen.de einen Literaturwettbewerb mit Bezug zum Urlaubsland. Dabei werden die besten Kurzgeschichten zum Thema “Über Nacht” gesucht und von einer Fachjury bewertet. Ab sofort und bis zum 26. September können die Teilnehmer unter www.wissen.de/literaturwettbewerb Kurzgeschichten einreichen und tolle Preise gewinnen.

Der Tourismusverband MV stiftet als Hauptpreis einen siebentägigen Urlaub für zwei Personen im ersten Bücherhotel Deutschlands in Groß Breesen. Vier Literaturpakete rund um Mecklenburg-Vorpommern gibt es für die Plätze zwei bis fünf. Die fünf besten Geschichten erscheinen zudem beim Print-on-Demand-Dienst “1Buch” als Sammelband und liegen im Bücherhotel Groß Breesen zum Schmökern für die Besucher aus.

Die eingereichten Texte sollen maximal 10.000 Zeichen (ca. fünf A4-Seiten) umfassen. Die Jury setzt sich aus Kornelia Weiß, der Leiterin des ersten Bücherhotels Deutschlands, dem “Gutshotel Groß Breesen”, dem Buchautor und freien Redakteur Michael Fischer und wissen.de-Chefredakteur Jörg Peter Urbach zusammen.

Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Bernd Fischer, erhofft sich vom Wettbewerb neben vielen Kurzgeschichten mit Bezug zum Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern auch einen Schub für die kulturellen Angebote im Nordosten. “Literarisch, musikalisch und in der bildenden Kunst kann Mecklenburg-Vorpommern mit vielem aufwarten, das für die Nutzer von wissen.de interessant ist”, so Fischer. Die Internetplattform ist das führende Online-Wissensmagazin im deutschsprachigen Raum. Die Internetseite wird monatlich von rund zwei Millionen Interessierten besucht.

Chefredakteur Jörg Peter Urbach: “Das spannende Thema unseres Literaturwettbewerbs “Über Nacht” lässt der Fantasie der Autoren freien Lauf. Wir sind gespannt, ob wir das hohe Niveau der ersten Literaturwettbewerbe noch einmal übertreffen können. Die besten fünf Geschichten werden wir Ende Oktober auf wissen.de veröffentlichen.”

Seinen ersten Literaturwettbewerb schrieb wissen.de 2008 aus. Mittlerweile geht das erfolgreiche Format in die vierte Runde. Insgesamt haben seit Beginn mehr als 400 Autoren teilgenommen.

Quelle: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern www.urlaubsnachrichten.de Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Liste des Tages: Internet Persönlichkeiten

Rosa Tulpen vor lila Wand

Beeinflußte die Tapete die Namensfindung von Violet Blue?

Der Süddeutschen sei dank: die Münchner Zeitung stellte eine Liste der bedeutenden Persönlichkeiten des Internets vor. Als Offline-Leser der Zeitung wird man die meisten nicht kennen. Deshalb hier eine zusammenfassende Erklärung, wie man es mit Online-Aktivitäten zur www-Berühmtheit schafft:

  • Sascha Lobo – lustige Frisur und über alles informiert, was im Netz so los ist. Bislang konnte ihm keiner widerlegen, daß er wesentliche Online-Themen sogar schafft und beeinflußt.
  • Justin Bieber – So süß, so jung, so stylisch. Der perfekte Teenie-Star. Hat wahrscheinlich die meisten lebenden weiblichen Fans. Die sind allerdings alle maximal 16 Jahre alt und in der nächsten Saison werden sie wieder einen anderen Schönling anhimmeln.
  • Heather B. Armstrong – Schreibt ein Online-Tagebuch und lästert über Job, Männer, Kinder und Dies & Das. Daß man so einfach berühmt werden kann?
  • Perez Hilton – Er tut’s wie GALA und BUNTE – nur eben online. Warum Klatschnachrichten von ihm spannender sein sollen, als von anderen, bleibt sein (Erfolgs-)Geheimnis.
  • Tila Tequila – Ziemlich blondes Model. Damit sind die Qualitäten umfassend und erschöpfend beschrieben.
  • Rick Astley -  Gelangweilte, blasse Typen verfassen kettenbriefartige Scherze mit seinem Video. Es soll Menschen geben, die das (Kettenbriefe schreiben) lustig finden. Seine Musik hingegen bleibt unerreicht und hat zum Glück mit dem Rickrolling-Hype nichts zu tun.
  • Jeff Jarvis – Guru des Internets. Zumindest angeblich.
  • Violet Blue – Diskutiert mit anderen über schlüpfrige Themen. Hat sich für diese simple und millionenfach kopierte Internet-Idee immerhin einen passablen Namen einfallen lassen.
  • Niels Ruf – Für die Redaktion der Kultur Kolumne eines der größten deutschen Show-Talente. Talente haben allerding häufig ein Problem: der Durchbruch kommt nie und wenn, wird’s peinlich. Dennoch: er muß wieder ins Fernsehen.
  • Wir alle selbst – Zugegeben, es macht Spaß. Auch wenn die Resonanz meist bescheiden oder unerwartet ausfällt.

Artikel bei Süddeutsche.de, Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Bauernregel des Monats: Heißer Juli

Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten.

heiss

Gluthitze

Leider verderben die unzähligen Miesepeter den sonnigen Sommer. Schweiß, Ernteausfälle, Klimawandel, kaputte Klimaanlagen in den Zügen der Deutschen Bahn, Blasen im Asphalt, Saunas und Solarien gehen pleite, Fischsterben in den Seen wegen Sauerstoffmangel… Dies und Ähnliches bestimmt die Nachrichten. Dazu natürlich die unermüdlichen Klimawandel-Warner, -Anprangerer und Weltuntergangspropheten.

Dabei gäbe es so schöne Dinge aus dem heißen Juli 2010 zu berichten. Baden ohne Zittern im See, nahtlose Bräune, Springbrunnen werden beliebteste Plätze in jeder Stadt, Grillen bis in die Nacht, Vorfreude auf das nächste Gewitter, schicke Sommersachen ausführen, Duft nach Heu. Den Mittelmeerurlaub braucht man gar nicht erst anzutreten (wegen besserer Alternativen an der Ostsee), Cabrios sind bei Autovermietern ausgebucht und weitere Gewinner des Sommers freuen sich über jeden Tag, der über 30° Celsius hat: Bierbrauer, Holzkohlehersteller, Klimaanlagenbauer, -händler und -reparaturdienste; die Winzer profitieren auch. Und natürlich Freibäder, Softeisdistributoren und schließlich die Schattenparker, die erstmals der Welt zeigen können, daß sie schon immer Recht hatten.

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Zitat des Tages: Konrad Zuse

RFT Sprechfunk

Auch 40 Jahre alte Technik funktioniert noch

Die Gefahr, daß der  Computer so wird wie der Mensch, ist nicht so groß, wie die Gefahr, daß der Mensch wird wie der Computer.

Konrad Zuse

Als Bauingenieur, Erfinder  und Unternehmer (Zuse KG) machte sich Konrad Zuse einen Namen. Unter dem Namen Z3 entwickelte er im Jahre 1941 den ersten universellen Computer der Welt. Bereits sein Z1 enthielt Leitwerk, Programmsteuerung, Speicher, Mikrosequenzen und Gleitkommarithmetik und somit alles, was heutige Computer auch haben; allerdings erfolgte der Aufbau noch mechanisch und der Rechner war damit entsprechend anfällig. Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Farce des Tages: Kandidatenfindung für Schloß Bellevue

Bremer Stadtmusikanten Original

Heimat des Interims-Bundespräsidenten: Bremen

Die Begründung der schwarz-gelben Regierungs-Fraktion als Ablehnung für Ursula von der Leyen ist aus Sicht des nun favorisierten Kandidaten Cristian Wulff eigentlich eine Peinlichkeit: Sie, die Vorbild-Mutter, -Ärztin und -Politikerin, ist angeblich im Arbeitsministerium nicht abkömmlich. Offenbar kann das Land Niedersachsen indes auf seinen Ministerpräsidenten verzichten? Und warum findet die Opposition lediglich einen 70-jährigen Gegenkandidaten? Joachim Gauck ist natürlich der bessere Redner, schlau und unermeßlich verdienstvoll für die Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit. Und wo bleibt überhaupt der Kandidat der LNKEN? Stehen Kati Witt oder Henry Maske bereit? Beide würden immerhin die Bedingung erfüllen, älter als vierzig Jahre zu sein. Das träfe übrigens auch für Andrea Kiewel zu. Oder will man wieder mit dem 74-jährigen Peter Sodann an den Start gehen, um Zukunftsvisionen für Deutschland zu formulieren? Nein, nein, ganz falsch. Das Alter ist zwar richtig, das Geschlecht allerdings ein anderes: Luc Jochimsen soll offenbar die Zukunftsvision der LINKEN für Deutschland definieren.

Kurz-mal-Präsident Jens Böhrnsen wird in allen Zeitungen als sorgfältiger Aktenstudierer und Korrektheit in Person gelobt. Wahrscheinlich sind dies Eigenschaften, die ihn als perfekten Bundespräsidenten auf eine vollständige Amtszeit qualifizieren würden, selbst sein “Charisma eines Bürostuhls” (STERN) würde dem nicht entgegen stehen. Seine Qualitäten schätzt man in Berlin offenbar nicht. Die Hansestadt Bremen wird sich freuen. Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Nachtrag per 08.06.2010: Wer hätte das gedacht, daß Gauck so gut ankommt. Es könnte eine äußerst spannende Wahl werden. Der demografische Wandel macht offenbar auch vor Präidentschaftskandidaten keinen Halt.

Spruch des Tages: Anton Bruckner

Wer hohe Türme bauen will, muß lange beim Fundament verweilen.

Anton Bruckner, 04.09.1824 – 11.10.1896, Österreichischer Komponist, Organist und Improvisator. Berühmt sind vor allem seine Sinfonien. Bedeutende Kompositionen hat er auch im Bereich Kirchenmusik geschaffen. Anton Bruckner war einigermaßen skurril. Aus Angst vor unwillkürlichem Samenerguß trug er in der Öffentlichkeit wasserdichte Unterwäsche. Zeit seines Lebens schrieb er Liebesbriefe an unzählige junge Frauen und bekannt war er für seinen Zählzwang. Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Zitat des Tages: Heinrich Spoerl

Faul am StrandFaulheit gehört zu den erlesensten Genüssen des menschlichen Lebens. Aber wie jede Feinkost darf man auch die Faulheit nur in kleinen Teelöffeln genießen und muß sie schlemmerhaft auf der Zunge zergehen lassen. Im Übermaß schmeckt sie widerlich, und wenn sie gar aufgezwungen ist, wird sie zur Qual.

Heinrich Spoerl (1887-1955), deutscher Schriftsteller – Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz