Spruch des Tages: Paul von Heyse

Soll das kurze Menschenleben immer reife Frucht dir geben, mußt du jung dich zu den Alten, alternd dich zur Jugend halten.

Paul von Heyse

Im Alter hat man sich Einiges zu sagen.

Im Alter hat man sich Einiges zu sagen.

Foto: onkel_wart@Flickr

Pressemeldung des Tages: Klimakonferenz Kopenhagen

Diese Dame muß nicht nur Fotografen ertragen. Dieser Tage sind in der Stadt an der Ostsee unzählige wortgewaltige Klimaschützer aus aller Herren Länder unterwegs

Diese Dame muß nicht nur Fotografen ertragen. Dieser Tage sind in der Stadt an der Ostsee unzählige wortgewaltige Klimaschützer aus aller Herren Länder unterwegs

Der Verband der Nationalen Naturlandschaften hat bei einem Gespräch mit Bundesumweltminister Röttgen seine Forderungen für die Klimakonferenz in Kopenhagen vorgestellt. “Regierung und Umweltverbände sind sich grundsätzlich einig: Kopenhagen muss zum Erfolg werden. Doch dazu bedarf es neben der Fokussierung auf die globalen Ziele auch der Unterstützung von klimaschutzrelevanten Aktionen vor Ort in den Nationalen Naturlandschaften”, sagte Guido Puhlmann, Vorsitzender des Verbandes. Dazu gehöre beispielsweise die Renaturierung von Moorflächen. “Anstatt Moore für die landwirtschaftliche Nutzung trocken zu halten und damit ständig Treibhausgasemissionen freizusetzen, können durch die Wiedervernässung der Flächen mehrere Millionen Tonnen CO2 gebunden werden”, so Puhlmann.

Die Themen Klimawandel und Biodiversität sind seit der Klimakonferenz 1992 in Rio de Janeiro untrennbar miteinander verbunden. Aus ökologischer Sicht ist eine Begrenzung des CO2-Gehalts der Atmosphäre auf 350 ppm (0,035 Vol%) unbedingt notwendig, sagte der Vorstandsvorsitzende. Dies wurde in der vergangenen Woche auf der internationalen “World Wilderness Congress” in Mexiko verabschiedet.

In den Nationalen Naturlandschaften sind die notwendigen Projekte zum Klimaschutz umsetzbar. “In unseren Nationalparks, Biosphärenreservaten und Naturparks können wir erklären, was der Klimawandel bedeutet. Gleichzeitig wird hier die natürliche Arten- und Biotop-Vielfalt erlebbar”, erläuterte Puhlmann und verwies auf den Erhalt dieser natürlichen Lebensräume. Zustimmend äußerte sich auch Bundesumweltminister Röttgen zu diesem Thema: “Der Schutz unserer Ökosysteme ist Voraussetzung für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlage.”

Ziel muss es sein, der Gesellschaft ein Gefühl für den Wert dieser einzigartigen und wertvollen Landschaften zu geben. “Dann kann man die Menschen auch dafür sensibilisieren, mit dem Klimaschutz und dem Schutz der Artenvielfalt direkt vor der Haustür zu beginnen. So geht Kopenhagen uns alle an”, so der Vorsitzende.

Bundesumweltminister Röttgen und Bundeskanzlerin Merkel werden zum Klimagipfel in Kopenhagen die Vorreiterrolle Deutschlands im Klimaschutz weiter einzunehmen. “Wenn wir selber mehr tun, sind wir glaubwürdiger”, sagte Röttgen.

Die Nationalen Naturlandschaften vereinen als Dachmarke alle deutschen Großschutzgebiete unter einem Namen. Ihr Ziel ist es, die derzeit 14 Nationalparks, 16 Biosphärenreservate und über 100 Naturparks durch ihren gemeinsamen Auftritt zum Inbegriff für die Schönheit deutscher Natur zu machen. Die Nationalen Naturlandschaften bieten den Großschutzgebieten einen einheitlichen gestalterischen Rahmen, der Besuchern, Förderern und Medien Orientierung, Überblick und Wahrnehmung der zahlreichen Angebote erleichtern soll. Die Nationalen Naturlandschaften werden von der Dachorganisation der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks EUROPARC Deutschland getragen sowie von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstützt.

Kommentar der Kultur-Kolumne: Ach wenn doch Klimaschutz so einfach wäre. Derzeit kann kein normaler Mensch ernsthaft daran glauben, daß verbindliche Maßnahmen in Kopenhagen entschieden werden. Zu unterschiedlich sind die Interessen der Vertreter, außerdem dürfte wieder hart gepokert werden; schließlich ist der Klimaschutz ein Milliardengeschäft. Entwicklungsländer sehen bestimmt die Chance, die wegen der Rezession ausbleibenden Beträge über den Umweg Klimaschutz zu erhalten. Welchem Land kann man da übel nachreden, wenn das Klima als Pfand eingesetzt wird? Allerdings könnte jeder einzelne mit seinem Verhalten, das Klima ganz leicht positiv beeinflussen: Auto aus am Bahnübergang, Wasserhahn zu beim Zähne putzen, dicken Pullover anziehen statt Gasheizung auf mollige 24°C drehen.

Indes: wem will man es verdenken, in Australien bei heißen 37°C die Klimaanlage nicht zu benuten? Oder das Eigenheim nicht mit einer Isolierung zu versehen, weil die Investition das gesamte Einkommen bis zur Rente verbrauchen würde? Und wieviel Energie verbraucht eigentlich die Herstellung eines Windrades? Wieviel Energie verbrauchen die Vertreter aus allen Ländern der Erde mit ihren Flügen nach Kopenhagen? Wieviel Energie verbraucht Ihr Computer in diesem Moment (und die anderen Milliarden Dinger, die auf der ganzen Welt laufen), wieviel Energie braucht der Server, auf dem diese Internetseite läuft? Das wahrscheinlichste ist, daß noch Jahrzente geredet und nicht gehandelt wird. Oder man beherzigt eine alte Weisheit von Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes. Außer: Man tut es.

Quelle und weitere Information zur Pressemeldung:
Vivian Sophie Kreft
Leiterin Kommunikation
EUROPARC Deutschland e.V.
Friedrichstraße 60
10117 Berlin
Tel. 030/288 78 82-20
vivian.kreft@europarc-deutschland.de
www.nationale-naturlandschaften.de

Foto: pe_ma@Flickr

Zitat des Tages: Barbara Kux

Beim derzeitigen Bevölkerungswachstum ist absehbar, dass wir bald zwei Erden brauchen. Wir haben allerdings nur eine.

Barbara Kux

Langsam wird es eng auf der Welt. Die Managerin aus der Schweiz, Barbara Kux, hat es auf den Punkt gebracht. Das Bevölkerungswachstum vollzieht sich in immer schnelleren Bahnen. Zu Zeiten Jesu Christi dauerte die Verdopplung der Weltbevölkerung noch über zweihundert Jahre. Derzeit sind es nur etwas über dreißig Jahre. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Kontinenten gewaltig. In Asien gibt viele Länder mit einer durschnittlichen Fruchtbarkeit (Geburten pro Frau) von über drei, während in Europa der Wert bei weit unter zwei liegt.

Ein weiterer Effekt durch dieses Wachstum ist das Entstehen von Millionen-Städten. 1975 gab es gerade einmal 5 Städte mit mehr als 10 Millionen Einwohnern. Im Jahr 2005 waren es schon vierzehn; 2026 werden es wahrscheinlich mehr als 25 sein. Auch hier liegen die größten Steigerungsraten in Asien.

Es werden immer mehr

Es werden immer mehr

Foto: TomStardust@Flickr

Spruch des Tages: Gunter Gabriel

Erst im Alter habe ich mich geärgert, wenn ich immer noch Schlager-Fuzzi genannt wurde. Man müßte doch langsam den Unterschied kapieren. Aber ich bin kein Hasser. Nennt mich Diesel-Cowboy oder Arschloch, das ist mir egal, aber laßt den Schlagersänger sein.

Gunter Gabriel im Interview mit der WELT am 19.10.2009

Echte Männer fahren große LKWs

Echte Männer fahren große LKWs

Foto: Thomas Kohler@Flickr

Zitat des Tages: Eckart Witzigmann

Gulasch mit Zwiebeln vom Vortag? Können Sie wegscmeißen. Ich unterstütze Qualität, nicht Faulheit.

Eckart Witzigmann

Hätte es hierfür drei Sterne gegeben?

Hätte es hierfür drei Sterne gegeben?

Der österreichische Meisterkoch startete in München richtig durch: als erster Koch im deutschsprachigen Raum erhielt er 1979 die mehr als begehrten Sterne des Restaurantführer Michelin. Zu der damaligen Zeit waren fast ausschließlich Köche und Restaurants in Frankreich in dieser Liste vertreten. In Witzigmanns Aubergine kehrten nach der  Auszeichnung noch mehr Prominente als vorher ein und aus, was ihm ihm auch großen wirtschaftlichen Erfolg brachte.

Gelernt hat Witzigmann sein Handwerk beim als Jahrhundertkoch bekannten Paul Bocouse. Lehrer waren ebenso Paul Simon und Roger Verge. Vor der dem Aubergine betrieb er das Tantris, das er von 1970 bis 1978 in München führte. Der Ruhm währte allerdings nicht ewig. Das Aubergine mußt er 1993 aufgeben, da Witzigmann wegen einer Drogenaffäre die konzession verlor. Der Erfolg kam allerdings kurze Zeit später zrück: Eckart Witzigmann wurde als vom französischen Fachblatt Gault Millau Koch des Jahrhunderts ausgezeichnet. Meisterkoch Witzigmann gilt als Begründer der Nouvelle Cuisine in Deutschland.

Die besten Bücher 2009

Mitmachen und Preise gewinnen

Mitmachen und Preise gewinnen

Beim Leserpreis 2009 können Leser die besten Bücher bestimmen. Veranstaltet wird die Aktion vom Literaturportal LovelyBooks, einer Community für Leser und Autoren. Bislang haben 3.400 Leser schon fast 900 Bücher nominiert. Damit ist der Leserpreis 2009 von LovelyBooks ein echter Publikumspreis. Mitausrichter des Preises ist die Stiftung Lesen, die das Ziel verfolgt, das Lesen in der Medienkultur zu stärken. Bis zum 13.12.2009 können Sie teilnehmen. Hier können Sie Ihre Stimme abgeben.

Das Ziel von LovelyBooks ganz einfach: nur gute Bücher sollen gelesen werden. Über Empfehlungen der anderen Nutzer erfährt man die in der Regel die besten Tips. Vertreten sind die Kategorien Krimis/Thriller, Historische Romane, Science Fiction Fantasy, Moderne Literatur, Klassische Literatur, Kinder- und Jugendbuch, Biographie, Comic/Cartoons/Humor, Sachbuch, Ratgeber Freizeit,  Lyrik/Drama/Epik und Sonstiges.

Leser können Rezensionen oder Kommentare abgeben und so in Kontakt mit anderen Lesern kommen. Auch Autoren kommen nicht zu kurz. Sie können mit anderen Autoren kommunizieren, Neues vorstellen und Fans gewinnen. www.lovelybooks.de/leserpreis

Update – Die Gewinner 2009

In der Kategorie Allgemeine Literatur belegten die Plätze eins bis drei:

Markus Zusak – Die Bücherdiebin mit 615 Stimmen
Kristin Cashore – Die Beschenkte mit 538 Stimmen
Daniel Glattauer – Alle sieben Wellen mit 410 Stimmen

Spruch des Tages: Christian Morgenstern

Jede Landschaft hat ihre eigene besondere Seele, wie ein Mensch, dem du gegenüberlebst.

Christian Morgenstern

Seenlandschaft in Mecklenburg

Seenlandschaft in Mecklenburg

Foto: Thomas Kohler@Flickr

Musiker des Tages: Karl Theodor zu Guttenberg

Allein der Name bürgt für Qualität: Dr. Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg. Von seinen Freunden, oder die, die sich dafür halten, wird er KT genannt; die Harald-Schmidt-Show machte ihn zum “Katsche Guttenberg”. Er ist locker und spritzig und kann so herrlich besorgt seine Stirn in Falten legen. Er trägt Anzüge mit der richtigen Armlänge, Hemden mit den richtigen Manschetten, dazu die richtigen und souverän gebundenen Krawatten. Er kann nicht von seinem elendteuren Haargel lassen, das ihm vermutlich viele Neider einbringt, die es als Beispiel für seine Schnöseligkeit heranziehen.

Zu Guttenberg hat alle Voraussetzungen für den absoluten und widerstandslosen Erfolg: die Eltern künstlerisch begabt und adelig, der Großvater wichtiger Politiker, die Ausbildung sinnvoll in der Ausrichtung und zielführend im Ergebnis. Das Kapital des Familienbesitzes reicht offenbar, um von den Zinsen leben zu können (Schmidt Show: “energischer Edelmann”).

Seine Gattin ist überdurchschnittlich blond und schön, die Kinder süß. Dazu parliert er in einem Englisch, das selbst Muttersprachler verblassen läßt. 2009 wird er zum politischen Überflieger und wenn er nicht allzu große Fehler macht, wird er noch mindestens 30 Jahre an der Macht bleiben. Rund herum ein toller Kerl, beliebt beim Volk wie kein zweiter seiner Zunft und dennoch: er geht einem gehörig auf die Nerven. Warum nur, lieber Herr zu Guttenberg, bleiben Sie nicht auf dem Teppich in Ihren Gesprächen mit der Presse, deren Vertreter man in Ihrer Gegenwart gerne als Heinis und Fuzzies bezeichnen möchte? Oder ist der folgende Ausschnitt ein ganz normales Interview? Der ehrenwerte Kollege Beckmann gab sich alle Mühe, doch auch er konnte nicht verhindern, daß passierte, was kommen mußte, wenn DJ KT losgelassen:

Beckmann: Das heißt, Sie haben jetzt noch Zeit, wenn Sie morgens um zwei zu Hause sind, mal eben ‘ne viertel Stunde zu spielen, ne kleine Fuge von Bach …?

KT: Die Fuge von Bach kommt manchmal sehr knarzig. Die ein oder andere Mozart Sonate auch. Vielleicht auch mal ‘nen Boogie Woogie, das ist einfach der Stimmung jeweils folgend. Oder auch mal ein verquerer Jazz.

Später folgten noch Hinweise auf Rockkonzerte, Spätvorstellungen von verrückten Filmen und eine australische Band namens AC-DC. Die Kultur Kolumne meint ganz klar: Karl-Theodor von und zu Guttenberg muß Präsident werden, leider darf er das erst mit vierzig Jahren. Wir werden uns bis zum 05.12.2011 gedulden müssen.