Archiv für Spruch

Zitat des Tages: Eckart Witzigmann

Gulasch mit Zwiebeln vom Vortag? Können Sie wegschmeißen. Ich unterstütze Qualität, nicht Faulheit.

Eckart Witzigmann

Hätte es hierfür drei Sterne gegeben?

Hätte es hierfür drei Sterne gegeben?

Der österreichische Meisterkoch startete in München richtig durch: als erster Koch im deutschsprachigen Raum erhielt er 1979 die mehr als begehrten Sterne des Restaurantführer Michelin. Zu der damaligen Zeit waren fast ausschließlich Köche und Restaurants in Frankreich in dieser Liste vertreten. In Witzigmanns Aubergine kehrten nach der  Auszeichnung noch mehr Prominente als vorher ein und aus, was ihm ihm auch großen wirtschaftlichen Erfolg brachte.

Gelernt hat Witzigmann sein Handwerk beim als Jahrhundertkoch bekannten Paul Bocouse. Lehrer waren ebenso Paul Simon und Roger Verge. Vor der dem Aubergine betrieb er das Tantris, das er von 1970 bis 1978 in München führte. Der Ruhm währte allerdings nicht ewig. Das Aubergine mußt er 1993 aufgeben, da Witzigmann wegen einer Drogenaffäre die konzession verlor. Der Erfolg kam allerdings kurze Zeit später zrück: Eckart Witzigmann wurde als vom französischen Fachblatt Gault Millau Koch des Jahrhunderts ausgezeichnet. Meisterkoch Witzigmann gilt als Begründer der Nouvelle Cuisine in Deutschland.

Spruch des Tages: Christian Morgenstern

Jede Landschaft hat ihre eigene besondere Seele, wie ein Mensch, dem du gegenüberlebst.

Christian Morgenstern

Seenlandschaft in Mecklenburg

Seenlandschaft in Mecklenburg

Foto: Thomas Kohler@Flickr

Fernsehkritik des Tages: Christian Buß

So schön ist es in der Eifel

So schön ist es in der Eifel

Zum Grausen – Oder gehörte das zum Besetzungskonzept? Eine gewisse Logik besäße es ja schon: Deutschland als Nation von Zombies, dargestellt von den Fernsehzombies der Nation.

Christian Buß

Der SPIEGEL-Online Autor nimmt sich in seinem Kommentar den RTL Zweiteiler Der Vulkan vor. Er entlarvt den Sender mit dessen Eigenproduktion bei den üblichen Verdächtigungen: Story, Action, Schauspieler – alles Durchschnittsware. Der Ort des Geschehens ist die idyllische Vulkaneifel, die von feinem Staub durch einen Vulkanusbruch bedeckt wird. Einige Protagonisten finden Unterschlupf in einer Höhle und treffen hier aufeinander. Zeit für Helden also.

Die Effekte des Film, die die meisten unter uns nur vom Terroranschlag auf das World Trade Center kennen, wirken im Film: langanhaltender Staubregen. Doch dann wird es aberwitzig: nicht das Leid der Bürger nach der Naturkatastrophe, sondern die zwischenmenschlichen Beziehungen dominieren die Szenen: Kapitalismuskritik, Gesellschaftsverfall und der ganz normale Wahnsinnn des Alltags – das sind die Themen, die nach dem Vulkanausbruch diskutiert werden.

Wirklich schlimm sind allerdings die schauspielerischen Leistungen; “Schauspielattrappen” nennt Christian Buß sie: Ursula Karven als Ärztin, Jenny Elvers-Elbertzhagen als Managerzicke und Schlagersängerin Yvonne Catterfeld als Vulkan-Expertin – das will man eigentlich nicht sehen. Immerhin fast sechs Millionen Zuschauer fanden, das das nicht so dramatisch ist. Sie dürften sogar recht haben: Die Alternativen im TV-Programm waren: eine Schnulze im ZDF, die achtundzwanzigste Wiederholung des Grafen von Monte Christo, die achtundsechzigste Wiederholung von Dirty Dancing und das perfekte Promi Dinner.

Foto: schulle77 @Flickr

Spruch des Tages: Karsten Mekelburg

Balooning – Denglisch für “Ballonfahren”. Anstrengenste und Schweiß treibendste der neuen Trendsportarten bei der man sich in der Gondel eines Ballons Wind und Wetter aussetzt. Die atemlose Stille des lautlosen Dahingleitens wird dabei harmonisch vom düsenjägerähnlichen Geräusch des Gasbrenners unterstrichen.

Karsten Mekelburg aus: “Teufelsspitzen”

Auf in die Lüfte

Auf in die Lüfte

Foto: azim_nsazim_ns@Flickr

Entlassung des Tages: Udo Jürgens

Ein großartiger Liedtext: Angestellter liebt Sekretätrin in seiner Firma, Chef favorisiert leider ebenso dieselbe Dame, Chef verlangt Aussprache:

Er bat mich zu sich und er sagte sie versteh’n wohl
Es wäre schrecklich wenn wir sie bei uns verlier’n
Ich weiß auch nicht wie’s ohne sie hier weiter geh’n soll
Doch woll’n wir das ab nächsten Ersten mal probier’n.

Wie im richtigen Leben, nur unterhaltsamer gereimt. Die nächste Strophe läßt in der Dramatik der Ereignisse kaum nach: Mann verliebt sich unsterblich in Frau, große Gefühle, alles scheint geritzt: Frau entpuppt sich als Mann.

Vielen Dank für die Blumen
Vielen Dank, wie lieb von Dir
Es blühen rote Rosen und sind nur Souvenier
es blühen die Mimosen wie ein Lächeln von dir
es blühen Herbstzeitlosen sagen tröstend zu mir
was macht das schon, wenn ich einmal verlier

Udo Jürgens aus “Vielen Dank für die Blumen

Es blühen die Mimosen

Es blühen die Mimosen wie ein Lächeln von Dir

Foto: thomasauswien@Flickr

Spruch des Tages: Brigitte Bardot

Die Fotografen wollten mich zwar nicht töten, aber sie haben irgendetwas in mir getötet. Sie richten von fern ihre Objektive auf dich und stehlen einen Teil deiner Seele.

Brigitte Bardot

Die wohl berühmteste Schauspielerin Frankreichs war unter ihrem Kürzel BB äußerst bekannt. Dank einer bis dahin wenig bekannten Freizügigkeit wurde sie in den 1950er und 60er Jahren zum Sexsymbol. Filme: “Und ewig lockt das Weib” (1956), “Babette zieht in den Krieg” (1959) und “Privatleben” (1961).

Brigitte Bardot hat ein bewegtes Leben: drei Ehen, zahlreiche Affären, Selbstmordversuche, Tierschutzaktivistin. Von Simone de Beauvoir wurde sie als Frau mit aggressiver Sexualität beschrieben.

Fotografen bei ihren Taten

Fotografen bei ihren Taten

Foto: Songkrano@Flickr

Spruch des Tages: Marie von Ebner-Eschenbach

In einem guten Buche stehen mehr Wahrheiten, als sein Verfasser hineinzuschreiben meinte.

Marie von Ebner-Eschenbach

Lesen bildet

Lesen bildet

Die österreichische Schriftstellerin (eigentlich Freifrau Marie von Ebner-Eschenbach) gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Vertreterinnen ihrer Zunft. Die wichtigsten Werke sind ihr Roman Das Gemeindekind und die Bühnenstücke Am Ende und Ohne Liebe. Sprachlich war sie äußerst begabt. Neben ihrer Muttersprache Französisch konnte sich Ebner-Eschenbach auch perfekt in Deutsch und Tschechisch verständigen.

Marie von Ebner-Eschenbach hat eine bewegte Familiengeschichte. Sie wurde 1830 in Mähren geboren. Ihre Mutter starb früh und sie wuchs bei zwei verschiedenen Stiefmüttern auf. Ihr Mann, Moritz von Ebner-Eschenbach, ist ihr eigener Cousin. 1916 wurde Ebner-Eschenbach in Wien beerdigt. Neben ihrer Liebe zum Schreiben erlernte sie einen für Frauen der damaligen Zeit ungewöhnlichen Beruf: Uhrmacherin. Eine Sammlung ihrer Formuhren ist noch heute im Wiener Uhrenmuseum zu besichtigen.

Zitat des Tages: Richard Ford

Im Allgemeinen bringen die Menschen den Kern dessen, was sie sagen wollen, gleich zu Anfang rüber, und dann verbringen sie Ewigkeiten damit, ihn zu bewerten, zu relativieren, aufzupolieren oder wichtige Teile davon zu revidieren. Bei den meisten Leuten versäumt man nichts, wenn man sie nach zwei Sätzen unterbricht.

Richard Ford, aus: Die Lage des Landes; Berliner Taschenbuch Verlag

Richard Ford schrieb ebenso die Romane Der Sportreporter und Unabhängigkeitstag. Passenderweise urteilte die Süddeutsche Zeitung: “Ein amerikanisches Sittenbild in vier Tagen und auf sechshundert Seiten – keine Seite zuviel.”

Alte Bäume könnten stunden stundenlang erzählen und es würde nie langweilig werden.

Alte Bäume könnten stundenlang erzählen und es würde nie langweilig werden.

Foto: Thomas Kohler@Zooomr